Page - 319 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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seln und die Flosscngarbe muß getrachtet werden den Hcrdraum
ganz zu benutzen, damit nirgends Naum bleibt, der von unnöthig
brennenden Kehlen erfüllt seyn müßte. Zu dem Ende wird es sich
meistens besser machen, wenn die Flosscngarbe nicht nach der Vrcite,
sondern auf die Kante gestellt eingehalten wird. Die Zange der
Flosscngarbe kömmt meist etliche Zoll höher zu liegen als die Mas»
sclzangen, und damit man sie nach Vedarf mit den Flossen Hebel-
artig in die Höhe drücken oder mehr niederlassen, und zu seiner
Zeit vielleicht auch umdrehen kann, ohne daß sie sich durch ihre
Schwere in dcn Löschtran; niederdrücket, so pflegt man unter der-
selben ein Holzstück in den Löschkran; einzubetten, worauf sie dann
zu liegen kömmt. Die Masselzangcn, welche von der Arbeitseitc
aus in dem Löschkran;e zu ruhen kommen, bedürfen keine eigene
Unterlage, da sie ohnehin auf der Eßbank aufliegen. Die mittlere
dieser Zangen kommt mit ihrem Massel etliche Zoll vor und über
der Fonnmündung zu liegen, die zweite derselben wird über der
Form nahe an das Mauerwert, und die dritte zur Seite nach der
Flosscngarbe hm gelegt. Zwischen den drei Masseln bedarf es kei-
nes größeren Raumes, als eben nöthig ist um den mittlern Massel
mit seiner Zange umdrehen zu können. Sehr zu beachten ist die
Entfernung, wie weit man mit den Masseln in die Herdgrube fährt,
wie tief man sie einhaltet, weil dadurch die Stelle bestimmt wird,
an welcher der Massel die Schweißhitze erhält; durch praktische Er-
fahrung ist dieses bald eigen gemacht. ,^
Vci den acht zu einem Dachel gehörigen Masseln hat man
die Kernstücke von den Ranftmasseln zu unterscheiden. Er-
stcre, aus dem mittleren Theile des Dachels gcschrottcn, sind stets
reiner als letztere, welche deßhalb stärkere Hitzen erhalten, mithin
von ihnen mehr weggeheizt wird, und zur Bildung des Frifch
bodens mehr beitragen müssen, als die Kernmasscln. Aus diese«
Grunde pflegt man die Ranftmasscln zuerst in Arbeit zu nehmen,
es wäre denn, daß man ohnedies gegen ein zu hohes Ansetzen des
Frischbodens, gegen einen zu gaaren oder schlackigen Gang des
Feuers zu kämpfen hätte, in welchem Falle die Kcrnmasscln zuerst
ausgehcizt werden. Indessen nicht allerorts hält man sich streng an
diese Regel, und einige Frischer glauben sogar am zweckmäßigsten
-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen