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herbeigeführt, indem man eine Schaufel »oll trockener Lösche an der
Essenmaucr über der Form ausstreut, und mit der Schaufel nie-
derstößt, ein Nebel zur Verhinderung eines noch größcrn. Dieses
letzten Umstandes wegen darf man zur Mäßigung der zu heftigen
Dünneisenbildung nicht immer, und noch weniger plötzlich eine Schwä-
chung des Windes vornehmen; denn bei plötzlicher Schwächung des
Windes würde leicht ein theilweiscs Austretcn des stark bewegten
Dünnciscns durch die Form sich ereignen.
Durch las Scndiren mit dem Näumeisen, wie bemerkt, erhält
man zugleich über Menge und Art der Schlacke im Herde Aufschluß.
Die Menge der Schlacke läßt sich unmittelbar aus der Länge des
von ihr bedeckten Theiles des Näumeisens beurtheilen, wobei aber
auf die Neigung, unter welcher das Räumcisen gegen den Voten
gehalten wurde, Rücksicht zu nehmen ist. Es läßt sich nicht mit
Bestimmtheit angeben, wie lang die Schlackenbelegung am Räum»
eisen seyn soll, weil dies unter verschiedenen Umständen und in ver-
schiedenen Zeilpcriodcn zu ungleich ist. Wenn man die Absicht hat,
einen zu hoch angesetzten Vodcn niedcrzutrciben, dann wünscht man
sich eine beträchtliche Schlackcnmenge, die eine sechs und mehr Zoll
lange Belegung veranlassen mag, und man schreitet nur dann zum
thcilwcisen Abstechen der Schlacke, wenn dies durch die häufigen
Verlegungen des Eßciscns geboten wird; bei zu tief gelegenem Vo-
den kann dagegen eine 3 bis 4 Zoll lange Belegung unter man'
chen Umständen schon eine Aufforderung zum Emterabstcchtn seyn,
während für gewöhnlich dieses, in der ersten Periode wenigstens,
eine gewünschte Schlackcnmcnge bezeichnet.
Außer diesen Verschiedenheiten ist noch zu bemerken, daß bel
normalem Gange die Schlackenmenge vom Anfange des Ausheizens
an zu- und gegen Ende des Zerrennprozcsscs wiclel abnehmen soll.
Besonders wichtig ist die sehr verläßliche Veurlheilung der Veschaf»
fenheit der Schlacke aus deren Aussehen und Verhalten am Räum-
spießt. Eine gaare Schlacke erscheint an dem schnell herausgezoge-
nen Näumeisen sehr licht und gleichmäßig vertheilt, erkaltet ziem-
lich langsam und gleichmäßig, und fällt beim Erkalten nicht von
selbst ab, sondern es werden dazu etliche nicht schwache Schläge mit
dem Raumeisen gegen einen harten Körper erfordert; eine rohe
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen