Page - 341 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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noch heißem Zustande zurück in den Herd schassen. Uebrigens trägt
tas öftere Sinterabstechcn, also ein Frischen mit wenig Schlacke,
durch tie energische Einwirkung des Nintstromcs zur Beschleuni-
gung des Frischprozesses wesentlich bei, ist jedoch mit einem »er«
hällnißmäßig großen Giscnabbrande verbunden. Vor Beendigung des
Zuzerrcnncns wird jedesmal die über dem Dachcl befindliche Schlacke
so vollkommen abgelassen, als dieses möglich ist. Unter dem Da<
chel, d. i. bei den untersten Stichlöchern, wird nur dann Sinter
abgestochen, wenn man Ursache hat, den Schwallboden zu erniedri-
gen, wenn es zu gaar gehet, und der Voden sich ungeachtet eines
schlackigen Ganges nicht tiefer setzen will. Die Handgriffe des Schla-
ckcnablassens bedürfen wohl keiner Erklärung. Die abgestochene Schla-
cke wird, im Falle sie mehr roh ist, weggeworfen, die mehr gaare
Schlacke aber aufbewahrt, und als Zusatz wieder verwendet. Zu
letzterem Zwecke muß sie früher zerkleinert werden, was entweder
mit einem einfachen Schlackcnpccher, oder bloß durch Zerstoßen mit
der Scliaufcl im Wassertroge geschieht, in welchen die noch glühen-
den Schlacken hineingeworfen werden; gewöhnlich läßt man die
Schlacke schon in der Sintergrube in Wasser laufen, wodurch sie
poröser und mürber wird. Das Schlagen des Sinters (heftige, ge-
fährliche Explosionen), welches hierbei bisweilen vorkömmt, findet
nur dann Statt, wenn durch Zerstoßen in der Sinlergrube, oder
durch voreiliges Uebcrtragen der Schlacke in den Wassertrog, zu
einer im Innern noch flüssige Schlacke enthaltenden Vlase plötzlich
das Wasser eindringt.
Die Andeutungen, welche Flamme und Lauch, überhaupt das
Aeußere des Feuers gewähren, sind allerdings meist weniger be-
stimmt und verläßlich, als jene, welche das Sondiren des VodenS
gewährt; indessen sind sie dem Frischer an der Arbeitseite stets
vor Augen, und in der Periode, wo das Untersuchen des Bodens
wegen des vielen Dünneisens nicht mehr gut angeht, geben diese
a'ußeln Kennzeichen das Hauptanhalten zur Führung des Frisch-
prozesses. Fragt man die Arbeiter nach ihren Anhaltepuncten, so er-
fährt man in der Regel nur die äußern unbestimmter« Kennzei-
chen, obgleich die besten Frischer unter ihnen die innern Kennzei-
chen durch das Untersuchen des Bodens recht fleißig benutzen. Die
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen