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sckäfte angedeutet, wenn durch das Emportreiben sprühender, sen-
gender Funken ein Sengen der Flosscngarbe angezeigt wird; zu-
gleich muß nachgesehen werden, ob nicht elwa u> wenig Saft im
Feuer ist. Nebst der Stärke des Lauches und drr Flamme ist be-
sonders deren Farbe zu betrachten. Eine blendend weiße Farbe des
Lauches, ähnlich wie selbe über einem zur Schweischitze gelangten
Massel, zu beobachten, deutet auf einen gaaren, hitzigen Gang, wel-
cher um so mehr auftritt, je mehr der Voden heranwächst, und je
mehr Dünncisen sich einfindet; die von den Kohlen weiter entfern-
ie>, Parthien der Flamme haben dabei eine bloß bräunlich gelbe
ss>irbc. Wenn die ganze Flamme eine helle, fast weiße Farbe an-
nimmt, was oft plötzlich eintritt, so beweist dieses einen Mangel an
Saft im Feuer, in Folge dessen sich ein heftiges Einwirken des
Windes auf las Eisen, ein Verbrennen desselben eingestellt hat;
wird dem Uebel durch Weichaufgcbcn nicht schnell abgeholfen, so
gesellt sich zu dieser hellen Flamme bald auch ein starkes Dampfen
otcr Rauchen des Feuers, was an der äußern Vcgränzung der
Flamme am ersten ersichtlich wird, und wodurch diese Erscheinung,
das B rennen deö Feuers genannt, von der lichten Färbung
eines l'itzigcn gaaren Ganges deutlich verschieden ist. Daraus wird
nun klar, wie das Aussehen der Flamme beim Sintcrabstechen
einen Leitfaden abgeben kann, von dem früher die Rede war. Ge«
aen Ende des Prozesses, wenn viel Dünneisen vorhanden ist, be-
merkt man außer dem blendend lichten Lauche, öfters ein Aufwal-
le», ein heftiges Kochen, ja selbst kleine Explosioncn, wobei noth-
wendig stets viel Eisen verbrannt wird, wie auch die vielen sprü-
henden Funken, die sich hierbei cinfinden, beweisen; wir haben schon
gehört, daß man die Dünncisenbillung nicht üderhand nehmen las-
sen darf, und kennen bereits die Mittel zu deren Dämpfung. Wenn
es im Feuer roh gehet, 0er Boden sich tief befindet, werden Lauch
und Flamme dunkler, bräunlich rölhlich, tadei matter und von
»venig lichten Perlen, ater ifterö von vielem Kohlenklcin begleitet.
In welchem Maße das Uebel vorhanden ist, muß die nähere Un-
tersuchung zeigen, welche, wie die dagegen zu ergreifenden Mittel
uns bereits bekannt sind. Ist der eingetretene Nohgang Folge des
zu schnellen Einrcnnens einer Flossengarbe, so treten öfters an den
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen