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übereinstimmt. Im Ganzen werden daher immer jene Werke besser
«beiten, die durchschnittlich starten Wind gebrauchen.
tz. Y4. Auf vielen Hütten, z. V. auf allen hauptgewcrkschaft«
lachen Schwallhämmern, wird das für jeden Dachet bestimmte Roh«
cscn sonderheitlich gewogen, auf andern dagegen betrachtet man die-
sts Vorwagen für jeden einzelnen Dachel als unnöthige Mühe, und
läßt jeden Frischer sein beliebiges Quantum von einem großer« Vor-
rathe wählen. Es ist allerdings wahr, daß man nicht jedesmal im
Stande ist, eine schon im Voraus bestimmte Menge Flossen einzu«
r.oncn, denn wenn der Frischbodcn sich zu hoch angesetzt hatte, und
„ickt tief genug niedcrzutrciben war, oder wenn man sich der Vil-
d»ng einer ungewöhnlichen Menge Dünneiscns nicht erwehren konnte,
so wird der Herd über die Form herauf voll, bevor man das ge-
nöhnliche Flosscnquantum eingeschmolzcn hat, und man würde nur
nüt Nachtheil, oder wegen des Fcrmvcrlegcns vielleicht gar nicht mehr,
den Zerrcnnprozeß fortsetzen können; dagegen ein andermal kann
man aus ten entgegengesetzten Gründen mit Vortheil wieder mehr
als das gewöhnliche Quantum aufarbeiten. Allein solche ungewöhn-
liche Fälle begegnen einem fleißigen und geschickten Frischer nur sel-
ten, «ft Tage und Wochen lang nicht, und geschieht es ihm end-
lich, kann er sich eben so gut behelfen, als wenn seine Flossen nicht
gewogen wären; aber eben weil er ein bekanntes nicht bloß nach
dem Augenmaße gewähltes Quantum hat, wird er viel seltener ab-
geräumt (oder geiert, wie die Arbeiter das zu frühe Vollwerden
der Grube nennen) werden; und da überdies das erzeugte Stabciscn
fast allerorts täglich, wenn nicht von jedem einzelnen Dachcl, ab-
gewogen wird, so gibt das dachclweise Vorwägen des Roheisens von
dem Gange der Arbeit jedes einzelnen Dachclö eine gute Uebersicht,
was vielen Werth hat. Es ist deßhalb das dachclweise Vorwägen
der Flossen sehr zu empfehlen, Ucbrigens pflegt man im Falle des
Abgcräumtwcrdens den Nest der Flcssengarbcn im glühenden Zu-
stande ins Wasser zu werfen, wodurch diese Stücke gehärtet, und
dann im kalten Zustande leicht zu kleinen Stücken zerschlagen wer-
den, welche man zum Dämpfen des Dünneisens gebraucht. Daß
jede leer gewordene Garbzange, wie die Ausheniangen sogleich im
n,ch glühenden Zustande am Griffe zurecht geklopft werden muß.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen