Page - 346 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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bedarf taum der Erwähnung, noch weniger einer nähern Veschrei-
bung dieser Arbeit selbst.
Sind endlich alle Garbzangen au» dem Feuer, so folgt das so-
genannte Zu- oder Nachzerrenncn. Diese Arbeit dauert 10 bis
20 Minuten, und da bei dessen Beendigung nahe alle Kohlen am
Feuer verehrt seyn sollen, damit sie beim Dachclausbrechen und
trin darauf folgenden Vorbereiten des Herdes nicht hinderlich sind,
so muß mit dem Kohlaufgebcn gegen Ende des Zerrcnnens schon
darauf Rücksicht genommen werden. Der Zweck dieser Arbeit ist, das
!Dünncisen zu verkochen, alle noch im Feuer befindlichen losen Vro»
ckcn, die von den letzten Flcssenresten und den Zusähen stammen,
einzuschmclzcn, die Ränder und Belegungen von dem herumgewor-
fenen Dünneiscn an der Oberfläche oder der Nein des Dachels zu
ebnen, abzustoßen und wieder einzuschmelzen, und endlich die Schlacke
zu entfernen und die Reinseite zu kühlen.
In dem Maße als die Kohlcnmcnge im Feuer abnimmt,
muß der Wind allmählig geschwächt werden, weil sonst die leichter
gewordene Hülle zu sehr hcrumgeschleudert würde; und in gleicher
Weise kann und muß der Löschtranz weggcfaßt werden, damit man
bequemer im Herde arbeiten, und die Löscht nicht in den Herd rol-
len kann. Daß man sich hierbei durch oft wiederholtes Neberkühlen
vor der großen Hitze im Feuer und der weggeräumten glühenden
Lösche schützt, ist ganz in der Ordnung, aber wenn man, vorzüg-
lich in der ersten Zeit des Nachzerrenncns durch vieles Wasscrgießcn
tas Stocken des Dünneisens hcrbeiluführen trachtet, so ist dieseS
ein wegen möglichen Explosionen gefährliches und der Eiscnqualilät
durch Erzeugung ungaarer Stellen nachtheiligcö Verfahren. Wir wis-
sen bereits, wie die Dünncisenbildung gedämpft werden kann; das
Niederschmelzen der vorhandenen Vrocken, die mit der Schürschaufcl
zusammengesucht und über der Form in den Schmelzraum gebraä't
werden, genügt allein schon oft, um das Dünnciscn in rechter Zeit
durch das Nachblasen zu verkochen, und nur wenn ein zu heftiges
Aufkochen oder Sengen desselben sich zeigt, wird mit der Schür-
schaufel etwas trockene Weich nachgetragen- Uedrigcns muß man
bei heftigem Aufkochen des Tünneiscns dem Feuer über der Form
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen