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brlrachtttn nur in so ferne, daß man zuerst den von der vorigen
Schicht i» Herte zurückgebliebenen Schwall aussticht, und die Lösche
so lange ibcr eine zur Seite gestellte Grubenreuter faßt, als noch
einige gre:ere Kohlen- und Schwallbrocken darin wahrzunehmen sind,
welche nach dem Durchreutern auf dem Neuterboden zurückbleiben,
und ncler dem vorrälhigen Zusatzhaufen einstweilen zur Seile ge-
stürzt werden; übrigens wird die durchgereuterte Lösche, nachdem sie
mit Waff<r begcssen und mit der kleinen Schaufel gehörig durch-
einander zefaßt worden ist, wie vorhin beschrieben, zur Herstellung
der HerVgcube «rwendet, und in gleicher Weise die weitern Vor-
kehrungen getroffen. T>er ausgestochene Schwall wird zu kleinen
Stücken zerschlagen, und wie die ausgereuterten und mit Kohlen
untermengten Vcocken dann bei Beginn der Arbeit anstatt der Weich
zu cbcrst »uf die Kohlen gesetzt; wenn jedoch viel solcher Brocken
sind, was bei einem großen Schwall stets der Fall ist, so gibt man
selbe nicht gleich sämmtlich auf, sondern vorerst nur etliche Schau-
feln voll, und irägt den Rest während der Arbeit selbst nach Bedarf
nach, und wenn umgekehrt nur wenig davon vorhanden ist, so
ersetzt man den Abgang durch das Aufgeben von Weich, bis man
bei dem folgenden Ausheizprozesse die hinreichende Menge Saft im
Herde hat.
Bei dem Zurichten des Herdes unter der Schicht von einem
Dachel zum nächstfolgenden muß man sich wesentlich nach der Be-
schaffenheit des so eben ausgebrochenen Dachels richten. Viele Fri-
scher sehen es gern, wenn von dem ausgestochenem Dachel die un-
terste Lage, welche aus angesetztem Schwall bestehet, im Herde zurück
bleibt, wodurch man einen vom Feuer selbst angesetzten Schwallboden
erhält, und dadurch für die folgende Bildung des Frischbodens einen
Vorsprung bezweckt ' ) . Es gelingt bisweilen den abgesetzten Schwall-
boden eine ganze Woche, und sehr gewöhnlich ihn wenigstens durch
»ine ganze Schicht im Herde zu behalten, bis er entweder zu fest
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') S»n»cr Zweifel Hot »ie Veobachtung, e«ß bei Der lifckarbci» »ie Vilüuna,
tines guten FnschboDeni schncUcr erfolgt, wenn ler abgesetzte Kchwall >m
Herle zurückbleibt, Ven erstcn Fingerzeig zur Anwenlung emet eigen« ein»
gebauten SchwaUb»»eni gegeben, welcher letztere ober wegen seiner großern
Haltborke,t ui-.o »er »«mit »erbunlencn Herostellung un» Älinlführun« »e-
Vcnfalls v»r>ugl>cher ist.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen