Page - 363 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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w,r bei der Schwallarbcit gcgcn einen zu hoch gewordenen Schwall-
doden (anfängliche Vermeidung gaarcr Zuschläge, Aufgeben vieler
Schlacke, starker Wind, frühes Beginnen des Zcrrennens) kennen
gelernt haben, in Anwendung bringen, und sich beim Zurichten des
Feuers alles Wässcrns enthalten, bloß unter der Form feuchte Gosche
einstauchen, und alle gaarcn Brocken aus dem Herde räumen. Eben
so muß das Wässern unterbleiben, und sind alle gaarcn Brocken aus
dem Herde zu schaffen, wenn der Dachel ein schwammiges, start
von Schlacke durchdrungenes Aussehen hat.
tz. >«» . T>as Schroten des Tachels bei der köscharbeit ge-
schieht in der Regel zu vier, selten zu fünf oder sechs parallel ncdeu
einander gelegenen Masseln, unter denen daher zwei Ranftmasscln
und die übrigen Kernstücke sind. Alle diese Masseln werden gleich
Anfangs zum Ausheizen ins Feuer gebracht, in welchem deßhalb
keine Flosscngarbe gleichzeitig Platz findet, um so weniger da diese
Masseln beträchtlich größer sind als jene bei der Schwallarbeit. Zu-
erst werden fast immer die beiden Nanfcmasscln in Arbeit gcuommeu
und ganz vollendet, dann erst folgen die Kernstücke. Tcr zuerst vom
Hammer kommende Nanftmassel wird daher vor und über der Form,
der zweite Ranftmassel neben dem ersten über dem Eßcisen, und
die Kernstücke dann der Neihe nach neben einander gegen die Wind-
seite hin gelegt. Bezüglich des Auöhcizprczcsscs gilt übrigens alle»
das, was im §. ?1 bei der Schwallarbeit angeführt worden ist. Nur
kann bemerkt werden, daß das Wenden dieser größer« Masseln im
Feuer stets mit Hülfe der Nebcrkehr, und das Herausnehmen wie
die Uevertragung zum Hammer immer mit Unterstützung des Fcucr-
zugcs geschieht.
Wenn nur mehr zwei, höchstens drei Masseln und Kolben im
Feuer sind, wird die erste Flossengarbe, welche gewöhnlich die größie
lst ( l^a bis 150 Pfund Flosse» enthaltend), von der Windseite
aus in stachcr Lage der Flossenstückc, und indem man früher eine
Holzunterlage im Löschkranzc einbettet, ins Feuer gebracht. Zu die-
ser <Äa>rbe wählt man als unterstes Stück einen der weichsten Flos-
senbrockn, damit dieser nicht abspringt, und da er am ersten ein-
gcrcnn t wird, den anfangs noch schwachen Frischboden nicht angreift
und »ltdertreibl. Auf diese Garbe oder diesen Brocken wird nach
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen