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terschicte von den weichen Zaggcln (welche übrigens in ihren här-
tern Stücken einen allmähligcn Ucbergang ^u den harten Zaggeln
machen) mit scharfen, unbezogencn Kanten belassen. — Zweitens,
wenn eine im voraus nicht zu Zaggeln bestimmte Hitze beim Aus-
schmicden bedeutende Nngänzcn zeigt, welche in dem beantragten
Artikel nicht gestattet werten dürfen. In diesem Falle muß ein
Theil der dargestellten Zaggel mit Angänzen behaftet seyn, allein
ei» anderer Theil wird aus sehr gut ausgcheizten, vollkommen gan-
zen Stücken bestehen. — Drittens, wenn ein zu einem gewissen
Artikel bestimmter Massel oder Kolben merklich zu groß ist, in wel-
chem Falle man so viel davon zu Zaggeln herabschmiedet, als das
Gewicht vom Ganzen zu bedeutend ausfallen würde. Obschon die
Hitzen für solche Masseln oder Kolben mit Sorgfalt geheizt werden,
sind doch dic davon abgeschmiedclen Zaggcl in der Regel nicht sehr
gut, weil sie hierbei von den Enden abgcschmiedct sind, folglich
las Sckorfeisen enthalten.
Wir schen also aus der Art, wie die Zaggcl gemacht werden,
das! zu ihnen in der Negcl das schlechteste Eisen verwendet wird.
Dieserwege» wird das Strecken der Zaggcl in Sleicrmart gewöhn-
lich mit Schweißhitze vorgenommen, und es kann nicht in Abrede
gestellt werten, daß es vorlheilhafter seyn muß, wenn man einen
»ingainen Zaggel in dem kleinen Ausheizfcucr des Strcckhammers
zur Schwcißhitze bringt, als wenn zu diesem Ende die Arbeit amZer-
rennfeuer verlängert wird. Wir haben jedoch auch gesehen, daß ein
Theil der erzeugten Zaggel (und das wird meist der überwiegende
Theil seyn) aus vollkommen ganzem Eisen bestehet, bei dem eine
abermalige Schwcißhitze füglich zu ersparen ist. Man soll daher in
den erzeugten Zaggeln noch das weitere Sortiment treffen, in ganze
Zaggcl (die ohne Schweißhihe weiter zu behandeln sind) und in
Hitz-Zaggcl (die zu ihrcr weitern Behandlung Schweißhitze for-
dern), ein Sortiment, das nur auf wenigen, mit Umsicht betrie-
benen Hämmern zu finden ist, indem die meisten entweder alle Zag-
gel mit Schweißhitze oder alle bloß mit Glühhitze strecke» lassen.
Dic fertigen Waaren, die unter einem steilischen Zerrcnn- (Grob-,
Groß-, Wallas- oder Wälsch) Hammer erzeugt, und zur Unterschei-
dung vcn den unter den Streckhämmcrn ausgeschmiereten Grob-,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen