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schmieder und Nachtheizer, und alle sechs machen »n 24 Stunden
12 Dachel. Man sieht daraus, daß die Vercheilung der Arbeiter
bei zwei Feuern sich viel günstiger gestaltet als bei einem einzigen,
was um so mehr zu berücksichtigen ist, als die leichtere Arbeit der
drei Mann bei Einem Feuer nur dem Schmicter und Wassergcber,
nicht aber dem am meisten angestrengten Frischer zu guten kömmt.
Die Bezahlung der Arbeiter ist gewöhnlich in der Art einge-
lichtet, daß bloß der Hammerschmied Zcntnerlohn und die Gctreid-
und Fetlwaaren Fassung für sich und die übrigen Arbeiter erhält,
welche durch den Hammerschmied verköstiget werden und vom Ge>
werken einen bestimmten Wochcnlohn erhalten. Alles zu Geld ge-
rechnet, dürfte der Arbeitslohn per Zentner Stabcisen auf 25 Kreu-
zer CM. kommen. Auf den meisten Hämmern hat der Hammerschmied,
welcher, wie gesagt, der Meister des WertsbettiebcS ist, einen Mei-
stertnecht, der für ihn die Schmiedarbeit unter dem Hammer be-
sorgt; der Hammerschmied arbeitet in diesem Falle nur dann, wenn
«in oder der andere Arbeiter krank geworden ist; für gewöhnlich ist
er aber nur mit der Aufsicht, dem Zurichten der Feuer, der Durch-
sicht und dem Ginschlagen der fertigen Grcbwaaren beschäftigt.
Die Größe der Erzeugung pe»- Dachel kann »nan bei guter
Arbeit durchschnittlich zu 200 Pfund Stabcisen anschlagen; ja wenn
größten Theils bloß Zaggel erzeugt werden, steigt die Erzeugung bis
250 Pfund und darüber. Vei schlechter Arbeit dagegen, besonders
wenn meist feinere Grobwaaren erzeugt werden müssen, kann die
Production i>e>- Dachel auf 150 Pfund herabsinlen. In einer gan-
zen Woche, d. i. vom Montag früh l Uhr bis Samstag Mittags,
rechnet man bei guter Arbeit, daß obgenannte 6 Mann 120 bis 125
Zenlner, größtentheils Grobwaaren, zu erzeugen vermögen. Ganze
Wochen ohne Arbeitsunterbrechung sind auf den steirischen Hämmern
jedoch Seltenheiten, wegen der vielen Feiertage und den eftern
Reparaturen.
Der Kohlenverbrand stellt sich rechnungsmäßig noch auf den
meisten steilischen Hämmern auf 4 bis 5 Faß » 7^ Kubitfuß i>ei-
Zentner Stabcisen; allein an vorgemessenen Kohlen kommt man,
mit Ausnahme einiger äußerst schlecht betriebener Hämmer, nirgends
«uf ganz 4 Faß. Der Verfasser, welcher vom Jahre 1833 bis 1835
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen