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ausgcheizt und jeder zu elncr fertigen Wallasstangc ausgeschmiedct;
dabei ist jedoch oft nöthig, daß ein oder der andere Kolben, wenn
er eine Nngänze zeigt, vor seinem Ausrecken nochmals ins Feuer
Zurückgebracht, und die häutige Stelle allenfalls mit einem Schröt-
ter oder anderm ähnlichen Werkzeuge früher aufgehauen wird. Wal)«
rcnd dem Ausheizen dcr zwei ersten Kolben ist der zuerst bearbeitete
Massel wieder so weit erhitzt, daß er bald nach beseitigten» Kolbeil
abermals in seiner eordcrn Hälfte Hitze erlangt hat, iu welcher
abermals, wie zuvor, zwei Kolben hcrabgeschmictet werden, und zu»
gleich wird dann noch au, heißen Ende desselben eine mindestens 6
Zoll lange Wallaswelle angeschmiedet, an, dieser mit einer Kolben'
zange gefaßt, und wie die beiden herabgeschmicdeten Kolben sogleich
ln das Feuer zurückgebracht. Zuerst werden wieder die beiden Kol-
ben ausgeheilt und zu fertigen Stangen geschmiedet; dann der letzte
Rest des eisten Massels in zwei Kolben geschmiedet, welche gleich
wieder ln das Feuec zurück gebfacht, und auch noch oft eher aus-
geschmlctct werten, bevor der zweite Massel, welcher bisher immer
zur Seite des eigentlichen Hitzraumes im Herde gehalten wurde, seine
erste Hitze erhält. Die Behandlung des zweiten Massels ist übrigens
ganz gleich wie beim ersten. Sollen andere Artikel als Wallas-
stangcn erzeugt werden, die vielleicht ein größeres Gewicht als diese
l2 bis 20 Pfund schwere Stangen haben, so müssen natürlich entspre-
chend schwere Kolben gemacht werden, die dann auch nicht in Ei-
ner Hitz» ausgcschmiedet werden können').
Die ganze Dauer des Aushcizprozesscs ist bei heißen Masseln
meist 2 bis 2'/z Stunden. Nährend dieser Zeil wird vom Roheisen
nichts eingeschmelzen, weil dieses am schon gleich anfangs tief an-
gesetzten Schweißbcdcu zu roh bleiben würde. Uebrjgens gelten für
da« Heranbilden des Schweißbodens zu einem tauglichen Frischbo-
Eigenthümlich bcim Ausschmiclcn «uf lcn farntnerischen Eisenhämmern L«s
Art >st dcr Umstand, dos, h,erl>c> die «uiüe,,,„n,,cn mit ihren langen Schäf-
ten teidchalten werüe», wahren» ma» sonst e>.,cne, kurz «cschaftetc Schmie»,
zuüaen >>at. hie immcr lühl qebalten, mithin qanz kurz «m Wr,ff a,e!<,s<t we>-
ecn lo»,nn, woüurch °<c Schm.eVunq wesent!,ch erleichtere wir,. Die lan.,c,>
Zangcnschaitc der karntner,schen Schniicoer sind ader »othwenüi^e Fol«c Kl»
!>üt boljjimmcrqng umfqliten Och»!»!lte»sto<t^ lssche i q, Se,« >4>),
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen