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beider Prozesse durch dle geschlossenen Frischherde und die Anwen-
dung des erhitzten Windes gleichfalls erreicht wird.
Vcim Ausschweißen der Massel in Flammöfen hat man 10
bis l2 Procent Galo, und 60 bis 70 Pfund Steinkohlenverbrauch
auf 100 Pfund grobes Stabeisen, wie Vlechstammcn, große Reife
u. dgl., die in Einer Hitze aus den Massel« gewalzt werden.
tz. R»V Um auf den Frischfeucrn einen stärker« Frischbo-
dcn, und bei den Aushcizherden weniger Vöckeleisen von den Mas-
seln zu erhalten, wird die Trennung zwischen den beiden oft genann-
ten Prczesscn auf den meisten Werten, die sich der Wallonarbcit be-
dienen, nicht vollkommen, sondern bloß lheilweise vorgenommen.
Man pflegt nämlich von dem nach steirischer Art in 4 Massel gc-
schrotlenen Dachel nu>- die beiden Mittelstücke dem Aushcizherde
zu überliefern, die Ranftmassel aber, von denen am meisten abge-
heizt werden muß, im Frischfeuer selbst auszuheizen. Je nachdem
hierbei das Gewicht der Ranftmasscl, oder jenes der Mittelstücke das
größere ist, nähert man sich mehr oder weniger den zuerst betrachte-
ten Einmalschmelzcreicn, und in demselben Maße nähern sich in
jeder Beziehung auch die Ergebnisse mehr oder weniger der Ein-
malschmelzerci oder der Wallonarbcit.
Kömmt ferner zu dieser bloß theilwcisen Trennung noch das
Verfahren, daß man am Aushcizfcuer ebenfalls mehr oder weniger
Roheisen nebstbei zusetzt und einschmelzt, um dem Vöckeleiscn mehr
Dichtheit zu geben, so wird das Aushcizfeuer gleichfalls mehr oder
weniger einem Frischfcucr genähert, wie eS in der That nicht selten
tcr Fall ist. So zweckmäßig übrigens der Noheisenzusal;, in einem
entsprechenden Maße angewandt, hierbei ist, weil er einerseits die
Pcschaffenhcic des AöckclciscnS verbessert, und anderseits das zuge-
setzte Roheisen ohne alle Kosten gefrischt wird, so muß man bei des-
sen Vornahme doch sehr umsichtig zu Werke geycn, damit der guten
Beschaffenheit des ausgcheizten Masseleisens hierdurch nicht geschadet
werde. Es ist eine Thatsache, daß jenes Stabcisen, welches in eigenen
Herden auögcheizt wird, von besonderer Güte ist, wie z. V. der allgemein
bekannte Ruf des Stabeisens der schwedischen und der Eifeler Wallon-
schmiede, noch mehr aber die Vcaugenscheinigung des Betriebes die-
ser Schmieden selbst beweist, wobei kein Roheisen zugesetzt wird. Der
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen