Page - 403 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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/U. Das Raffiuircn oder Hartzerrennen l>rs Roh-
eisens.
ß. l » 7 Das Hartzcrrennen, in Kärntcn und Krain
Vodenrennen genannt, isi in den Vercinsländern noch zur Stunde
eine sehr verbreitete Arbeit, obschon sie in den letzten Jahren durch
die deutsche Frischmethode etwas beschrankt worden ist. Die ganze
Nohstahlfabritation von Kärnten und Krain, und ein nicht unbe-
trächtlicher Theil derselben in Stciermark unterwirft die zu «erfri-
schenden Flossen vorerst diesem Reinigungsprozesse. Weniger ver-
breitet, aber doch nicht ohne Bedeutung, ist diese Manipulation bei
dcr Stabciscnproduction.
Das Hartzcrrenncn gehört allerdings zu den einfachsten und
leichtesten Operationen der Frischhütten, allein man betreibt das-
selbe wirtlich mit gar zu wenig Nmsicht uud Sachkenntniß. Sehr
gewöhnlich wird dieser Prozeß, mit der eigentlichen Frischarbeit ab«
wechselnd, in den Frischherden selbst vorgenommen, oler wenn man
ja eigene Hartzerrennhcrde hat, sind diese ganz wie die Frischhcrde
gebaut, welche bei der steirischen und kärntnerischen Löscharbeit ge-
braucht weiden. Wir haben daher über den Vau der Herde für das
HarNerrcnnen nach altüblicher Art nichts zu bemerken, sondern ver-
weisen deßhalb auf Z. 99 und §. 105.
Das Roheisen wird an die Hartzerrennherte fast immer in
Oänzeform geliefert, ist meist von halbirter, bisweilen ganz grauer
Beschaffenheit. Hat man einen Theil vom Roheisen in andern Ge-
stalten, etwa gebrochene Gußstücke oder Waschcisen (das auf den
Hohöfen aus der Schlacke gewonnen wird), so legt man die kleinern
Stücke bloß lose auf die Noheisengänze, die großen Stücke aber
werden wie die Gänze, oder mit Zangen gefaßt, eingeschmolzen»
Große, dicke Stücke sucht man jedoch möglichst zu vermeiden, weil
sie viel Zeit und Kohle brauchen, bis sie zum Einschmelzen gebracht
werden, und dann doch »ur ein gewisses Quantum, in der Regel
4 bis 6 Zentner, davon eingcschmolzen werden kann, das Ilebrige
aber bis zur nächste» Operation größtenthcils wieder erkaltet. Ganz
kleine Stücke, wie das Wascheisen, sind in Vereinigung mit plat-
tcnförmigen Stücken recht gut zu verarbeiten, aber nicht für sich
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen