Page - 418 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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vorgenommen werden kann; eine zwei« Seite soN aber mit einer
Mauer (Brandmauer) geschlossen seyn, an welche der zu bratende
Blattclstoß angelehnt wird; durch diese Brandmauer muß der Luft-
tanal hindurch geführt werden; die beiden andern Seiten können
nach Umstanden offen oder geschlossen seyn. Ueber dem Vratherde
wird ein Mantel angebracht, welcher die Funken und Wärme nach
einer gewöhnlich an einem Ende stehenden Esse führt. Der erwähnte
Luftkanal kann aus Ziegeln, besser jedoch aus gußeisernen Rinnen
hergestellt werden, und erhält 3 bis 4 Zoll Breite, und eine unge-
fähr gleiche Höhe; die Bedeckung erhält derselbe immer erst beim
Anlegen des Bratens, indem man geeignete Noheisendlattclstücke dar-
über legt, und zum bessern Schlüsse mit erdigem Kohlenstüb über-
streuet. Durch diesen Kanal wird während des Nratpro^esscs zur
Unterhaltung und Negulirung des Bratfeuers von einem Gebläse
aus ein schwacher Windstrom eingeführt, woraus sogleich einleuchtet,
daß man bei der Bedeckung desselben mit mehr Umsicht vorgehen
soll, als dieses gewöhnlich zu geschehen pfiegt. Die Größe der Herd-
fiäche ist je nach der Blattelmenge, die mit einmal eingesetzt wer-
den soll, sehr verschieden. Weniger als 50 und mehr als 150 Zent-
ner Vlattel werden selten zu Einem Braten genommen, wobei der
Herd 10 bis 20 Fuß lang und 5 bis 6 Fuß breit ist, damit man
„eben dem angesetzten Braten noch hinlänglich Naum behält, um
selben herum gehen zu tonnen.
Das Erste beim Ansetzen oder Einlegen eines Bratens ist,
daß man den Luftkanal in vorerwähnter Weise bedeckt, dann ein
bei 4 Fuß breites und der Lange des Bratens angemessen langes
Nett von Vraschen in einer 4 bis 5 ZeN hohen Lage, nach der
Mitte des Herdes entlang ausbreitet. Auf diesem Braschenbett wer»
den die Vlattel in wenig geneigter Lage ausgestellt, indem die erste
Reihe an die Brandmauer, und die folgenden an die bereits auf-
gestellten zu lehnen kommen. Die Vrcite dieses aufgestellten Blat-
telhaufens beträgt am Bette gegen 4 Fuß, nach aufwärts wird er
aber gewölbartig zusammengezogen, so zwar, daß er in der Mitte,
die sich gerade über dem Luftkanal befindet, bei 3 Fuß hoch wird;
die Länge dieses Haufens ergibt sich aus der Vlattelmenge. Nach-
dem die Vlattel alle dickere Ränder haben, ergibt es sich »on selbst.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen