Page - 429 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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bewirkte Ucbertragung der an andern Orten bei dem Verfrischen
des unserm Waldeiscn ähnlichen Roheisen? langjährig gemachten
(trfahrungcn Und Verbesserungen ein großes Verdienst um unser
Eiseufrischwcscn erworben, wie die mehrcrcn Nachahmungen anderer
Werte am besten beweisen. Allein wir sollen dieserwrgen nicht zu
einseitig werden, nicht unsere eigenen Erfahrungen ganz bei Seite
setzen, sondern auf die zeitgemäßen Verbesserungen unserer heimi-
schen Frischmethodcn zugleich bedacht seyn, weil es sich dann zeigen
dürfte, daß für viele unserer Hammerwerke eine zweckmäßige Vor-
frischung in Verbindung mit einer gut betriebenen Einmalschmcl-
zcrei viel besser zum gewünschten Ziele führt. Es scheint uns diese
"Umsicht um so nothwendiger, als wir ohne dieselbe sogar Gefahr
laufen, die bis jetzt bei der Annahme der deutschen Frischarbcit er-
langten Vortheile allmählig wieder zu verlieren.
Visher hat in den Vcrcinsländcrn nur jene deutsche Frisch-
mcchode Nachahmung gefunden, welche mit kleinern Luppen, ohne
Llnlaufnehmen arbeitet, und am gewöhnlichsten die Kleinfrisckc-
rei genannt wird, welche wir deßhalb näher kennen lernen müsscn.
ß. RHH. Nach Gewohnheit der Arbeit und Beschaffenheit des
Roheisens trifft man bei der Klei»frischcrci auf verschiedenen Häm-
mern eine sehr verschiedene Herdstellung und Windführung. Vci
der durch französische Arbeiter übertragenen Methode hat man zwei
neben einander liegende Formen, deren Achsen bei 6 Zoll von ein-
ander abstehen; bei der durch Deutsche verpflanzten Art aber nur
Ein Eßeisen, jedoch theils mit zwei gleichzeitig blasenden Düsen,
theils aber wie sonst üblich mit Einer Düse. Auch die Größe des
Herdes ist nach der für Eine Luppe bestimmten von 1 l^9 bis 15»
Pfund wechselnden Ncheiscnmenge verschieden. Alle diese Verschie-
denheiten hier anzuführen, wäre eine wenig erbauliche Receptensamm-
lung; und eben so wenig wollen wir die bereits im §. 82 ange«
führten Mittel, wie durch die Hcrdstellung und Windführung der
Gang des FrischfeuerS regulirt werden kann, hier wiederholen. Nur
von einem im guten Gange befindlichen Feuer, und zwar bei einem
Rohcisensatz von 1^0 Pfund, mögen hier die Herddimcnsionen, wie
tie Formlage und Größe folgen, wobei grrßlcnthcils schwach hal-
birtes Roheisen verarbeitet wird.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen