Page - 430 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 430 -
Text of the Page - 430 -
— 430 —
Die Länge des Herdes am Voden 21, in der Formhöhe (durch
dl» auswärts geneigte Lage des Windzackens) 22 Zoll; die Breite
desselben 27 Zoll; die Tiefe von der Form nieter 9 Zoll, von der
Cßbant aber 12 Zoll. Die Form liegt vom Hinterzacken 9 Zoll,
hat ein Ilcberliegen von 3 Zoll, eine halbrunde Mündung von "/4
Zoll Vreile und V4 Zoll Höhe, und 4 Grad Neigung. Zwei Dü°
scn, beide 3 Zoll hinter der Formmündung, jede 10 Linien Durch-
messer, und beide zugleich blasend, bei einer Achsenlänge von 3
Fuß, liegen beide mit ihren Mitteln rückwärts l2 bis 15 Zoll von
einander entfernt. Der 2'/« bis 3 Zoll dicke Frischboden liegt aus
einer (4 Zoll hehcn und die Mitte des Bodens einnehmenden) Höh,
!u,,g, welche mit einer 1'/« zölligcn Windröhre verschen ist, durch
die nach Bedarf Gebläseluft eingeleitet werden kann, um den Frisch«
Herd nöthigenfalls abkühlen zu können. Die Schlackenplatte oder
das Sintcrblech hat zu unterst in der mittlern Länge einen qua-
dratischen Ausschnitt, groß genug um nöthigcnfalls mit einer Brech-
stange längs des Frischbodens unter das Schmelzgut gelangen zu
tonnen; außer dieser größern Oeffnung sind noch nach beiden Sei-
te» »ertheilt 6 gewöhnliche Stichlöcher über einander bis zur Form-
hohe angebracht.
Der Herd ist, wie hei unsern Klcinfrischfeuern durchweg der
Fall, geschlossen, und mit einem Vorglühherde für das Roheisen
u. dgl. versehen; die Arbeitsöffnung lst nur 20 Zoll hoch und zu
unterst 30 Zoll breit. Die erhitzte Luft ist nur selten zu treffen,
ja auf einigen damit versehenen Feuern sogar wieder außer Gebrauch
gesetzt worden, um angeblich ein besseres Stabcisen ;u erhalten, ob-
gleich dadurch der Calo und Kehlenverbrauch etwas vermehrt worden ist.
Der Vorherd, d. i. die größere Breite der Herdgrube zwischen
Form und Sintcrblech wird beim Zurichten des Herdes mit feuchter
Lösche gefüllt, wodurch die eigentliche Herdbrcite ungefähr der Länge
des Herdes gleich wird.
§. >HN. Was nun die Arbeit bei der Kleinfrischerei betrifft,
können »vir uns dieselbe. in vier auf einander folgende Perioden,
das Vorbereiten des Herdes und Roheiseneinsetzen, das
Roh eisen ein schmelzen, das eigentliche Frischen und das
Luppcnmachen eintheilen. Gleichzeitig mit dem Roheiftnein-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen