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seoung aus 3, bei doppelter Vesetzung aber, welche mit Recht die
gewöhnliche ist, aus 6 Mann, wovon immer 3 in der Schicht sind,
der Frischer, Schmieder und Wassergeber. Jeder Frischer muß zu-
gleich aber auch schmieden können, und umgekehrt jeder Schmicder
frischen, weil ein jeder seine gefrischte Luppe selbst ausschmicden
muß, also Frischer und Schmieder beständig wechseln, was zur Er-
holung der Kräfte eine sehr gute Einrichtung ist. Außerdem wird
auch in sehr kurzen Schichten von 4, 6, längstens 8 Stunden ge-
wechselt, worauf immer eine der Arbeilschicht gleich lange Nuhe-
zeit folgt. Haben zwei Frischfeucr einen gemeinschaftlichen Ham-
merschlag, dann wird getrachtet, daß bei dem einen Feuer die Pe-
rioden des Aufbrechens und Luppenmachens eintreten, während bei
dem andern das Roheiseneinschmelzen und Ausheilen Statt hat;
eine ebenfalls sehr lobenswerthe Eintheilung, damit beim Ausschmie-
den nicht ein Feuer durch das andere aufgehalten wird. Wasserge-
ber sind dann bei doppelter Vesetzung doch nur zwei, weil immer
Einer für beide Feuer genügt. Die Vezahlung der Arbeiter ge-
schieht per Zentner Erzeugung, und schwankt zwischen 30 und 49
Kreuzer CM.; 36 Kreuzer ist ein sehr gebräuchlicher Zentnerlohn.
Die Größe der Erzeugung per Feuer in 24 Stunden schwankt
von 8 bis l5 Zentner, aber 19 bis 12 Zentner ist das am öfte-
sten getroffene Quantum. Der Eisenverlust differirt von 18 bis 25
Proccnt, also 75 bis 82 Procent Ausbringen. Der Kohlenaufwand
für <00 Pfund Stabeisen, an uorgemessencn Kohlen, liegt zwischen
17 und 24 Kubitfuß, durchgchends leichte Fichtenkohlcn. Es ist
t.ium ncthig zu bemerken, daß bei sonst gleichen Verhältnissen der
Kalo in dem Maße steigt, als der Kohlverbrand abnimmt, und
umgekehrt. Als weiches Stabeisen ist man mit demselben in der
Regel zufrieden; wenn eö aber hart ausfällt, pficgt es ungleich
schlechter zu seyn, wie jenes der Einmalschmelzerci. Mit je kleinern
Luppen gearbeitet wird, desto besser ist durchschnittlich die Qualität.
ß. >3V. Ueberblickcn wir nochmals die Theorie der vorge-
tragenen Frischmethoden, so können wir als bezeichnende Unterschiede
folgende Umstände htlausheben:
l. Ve» der deutschen Frischmethode erfolgt das ganze Frischen,
vom grauen Roheisen bis zum gaaren Luppencisen, in einer
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen