Page - 452 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 452 -
Text of the Page - 452 -
— 452 —
Berücksichtigung verdien», wozu nicht allein der äußerst niedtrs
Preis des Vrennmatciials den einzelnen Gewerken bestimmte, so,,'
dern überdies auch für die weitere Zukunft die Ansicht gellend ge-
macht wurde, daß die Erzniedcrlagen nicht, wohl aber di« Wälder
wieder nachwachsen, was durch die Cultur nöthigen Falls nech we-
sentlich befördert werden kann. In der gegenwärtigen Zeit hinge-
gen, wo die Holz- und Kohlenpreisc bedeutend gestiegen sind, und
di» ohnedies vergrößerte Prcduction noch mehr gehoben werden soll,
sprechen tie ökonomischen Rücksichten des einzelnen Gcwcrten mehr
zu Gunsten des kleinern Kohlenverbrandes; und um dabei selbst
für tic Zukunft einen Rcchtfertigungsgrund zu haben, wird ange-
führt, daß das Eisen in dem großern Calo nicht verloren, sondern
in der abfallenden Frischschlacke enthalten sey, welche früher oder
später auf eine oder die andere Art wieder benützt werden kann,
während der größere Kohlenucrbrand rci>» verloren ist.
Die Gewinnung des Eisens aus den Frischschlacken (welche
bei uns meist 40 bis 50, bei sehr weichem Feuergange aber über
60 Proccnt Eisen enthalten) hat nach den bisherigen Erfahrungen
jedoch viele Schwierigkeiten'). Die eigene Aufarbeitung derselben in
den Zerrennhcrden, das sogenannte Schwallzerrennen, ist we-
gen des großen Kohlcnaufwandcs, über 60 Kubikfuß per Zentner
Stabeisen, und der faulbrüchigen Beschaffenheit des wenigen erhal-
tenen Eisens ein so unvortheilhafter Prozeß, daß derselbe jetzt nir-
gends mehr ausgeübt wird. Vesscr gestaltet sich die Benützung der
Frischschlacken als Zusatz beim Eisenhochofenprozesse, was unter an-
') Jede Vrischschlackc ist aus folgenden Bestandtheilen zusammengesetzt! l.) A»i
cincm ßlsensilicate, vas wahrscheinlich ein einfaches O,!,cal ^3 8i lnicht
cm VisMcat I<ö A«, wie Manche «»nehme») >st, und auch »i»s!all,!>rt »»»»
l,mm!i in diesem S>l>ca!e >st icdoch cm Ihc,l des slsenoxnduls durch Man»
g»n»x>idu>, lalkerde und Kalterde ersey«. «> Aus nicht m,t «,eselerde r«r-
bundenem, sondcrn nur in dl'M Silicate aufgelöste,» E,sc„»r»^»l°üx»l>, w -
«on um s, niehr vorlianoen, >e gaarer !>,< Schlacke, uno ein Theil 0«e ßifen»
«fydes lurch lhonerdc erscyt ist. :) Aus niechanisch eingemengtem, mctalli»
schen E>scn< wovon V!c reinen Nohschlaclen nur Spuren, die gaaren Schl«»
«len abcr bis über «o >pro,cnt enthalten. Endlich 4> enthalten sie noch »er»
schiedenc «nderc Korper, wic Phospdorsaurc, «ali unv dergleichen, die «»cr
»ix »icl Heiragen.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen