Page - 459 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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sind im Durchschnitte von besserer Qualität, und nicht selten mit
«twas Vuchenkohlen untermengt.
H. l3< l . Vei einer neu hergestellten aber ganz leeren Herd-
grube ist das Erste, daß man die Löschsohle wo möglich aus alter,
schon gebrauchter Lösche bis auf eine Höhe von 7 bis 9 Zoll unter
der Form einstauchet, wozu die Lösche nur wenig befeuchtet wird.
Je mehr entfernt diese Löschsohle von der Form gehalten wird, einen
desto roheren Gang des Feuers hat man unter übrigens gleichen
Umständen zu gewärtigen. Auf diese Löschsohle pflegt man etliche
Schaufel »oll zerkleinerte Frischschlacke zu streuen, und dann wird
die gaine Herdgrube mit alter, durchgereuterter, wenig befeuchteter
Lösche bis zur Form gefüllt, und vor derselben eine kleine Grube
ausgegrabcn, ähnlich wie dies bei der köscharbeit auf Eisen geschieht.
Vei den Vorbereitungen des Herdes nach eben ausgcstochenem
Dachel ist das Verfahren auf den hauptgewcrtschaftlichcn Hämmern
etwas abweichend von jenem der gewerkschaftlichen. Vei den erster«
wird nämlich die Herdgrube jedesmal bis auf die reine Löschsohle
ausgeräumt, der Herd durch etliche Sechter voll Wasser gekühlt,
dann die Lösche regulirt, gestaucht (was bei offenen Herden gewöhn-
lich nur dadurch bewerkstelliget wird, daß sich der Arbeiter selbst in
den Herd hineinstellt und mit den hölzernen Sohlen seiner Fuß-
betleitung den Löschbcden fest tritt), etliche Schaufel voll zerkleinerte
Frischschlacke darüber gestreut, dann die ausgefaßte und zuvor
durchgereuterte Grubenlösche in den Herd geschafft und dabei wie-
der vor der Form eine kleine Grube hergestellt. Es bleibt hierbei
vom vorigen Dachel also nichts im Herde zurück. Vei den gewerk-
schaftlichen Hämmern läßt man dagegen den rückgeblicbenen Schwall
von dem vorigen Dachel gewöhnlich, so wie bei der Eisenarbeit am
kischherde, im Herde zurück, indem man bloß die Ansätze über der
Schwallsohle, welche sich hauptsächlich unter der Form befinden,
aufbricht und herausnimmt, und frische, etwas befeuchtete Lösche da-
für mit der kleinen Kohlenschaufel hineinfaßt und fest stampft.
Nur im Falle, als in Folge eines zu großen Rohganges mit theil-
weisem Durchzerrennen etwas Eisen im Herde zurückgeblieben seun
sollte, bringt man dieses durch vieles Wassergießen zum schnellen
Erstarren, unt reinigt dann den ganzen Herd, wie bei dem Haupt-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen