Page - 460 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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gewerkschaftlichen Verfahren. Oder, wenn sich der rückgelassene Schwall-
boden endlich zu hoch angesetzt hat, so wird dieser gleichfalls durch
vieles Wasser zum gänzlichen Erhärten gebracht, ausgebrcchen, und
dann die Grube wie früher neu vorbereitet. Wenn dagegen der
Dachel zwar ohne ein Eisen im Herde unückzulassen, aber mit einer
roheisenartigeu Sohle oder einzelnen rohen Durchschüssen erscheint,
dann wendet man taö Wässern des Feuers in gleicher Weise wie
bei der Eisenarbeit an, was außerdem jedoch unterbleibt, also nicht
so oft in Anwendung kommt, wie bei der Gisenarbeit.
Auf einigen gewerkschaftlichen Hämmern (unter andern in
Katsch) hat man sogar, wie bei der Schwallarbcit, einen eigenen
Schwallboden hineingepfiastcrt, jedoch die flache Formlage und den
schwachen Wind selbst beibehalten. Dadurch hat man allerdings eine
etwas beschleunigte Arbeit, also Zeit- und Kohlcnersparung bezweckt,
allein auf der andern Seite einen durchschnittlich etwas weicheren
Rohstahl und größein Calo erhalten. Wir wollen hier auf diese
Rohstahlarbeit ihrer geringern Brauchbarkeit wegen nicht weiter Rück-
sicht nehmen, sondern auf deren Beschreibung im 2. Jahrbuche der
Vordernberger montanistischen Lehranstalt verweisen.
Die auf erwähnte Art vorbereitete Herdgrube wird sodann bis
zur Höhe der Eßbant mit Kohlen gefüllt, der Loschkran; über der
Eßbank und bis zur Wolfmauer ansteigend aufgeführt, die zum
Ausheizen bestimmten Stahlmasscl von der Eßbank aus eingelegt,
nöthigenfalls glühende Kohlen vor die Form gebracht, das Gebläse
in Gang geseht, wieder Kohlen aufgegeben, darüber etliche Schaufel
voll zerkleinerte Frischschlacke gestreut, endlich der Herdraum mit
Kohlen ganz gefüllt, darüber ein Lehmschleder gegossen, und dann
allenfalls etwas zerkleinerte Frischschlacke aufgestreut.
ß. 137. Die Grcfie und Anzahl der auizuheizenden Mas»
sel, so wie die Zeit zum Einbringen der ersten Flosscngarbe ist
bei der hauptgewerkschaftlichen Methode verschieden von jenen der
gewerkschaftlichen.
Vei der hauptgewcrkschastlichen Methode wird der Dachel, zu
welchem 150 bis 180 Pfund Flossen (je nachdem jedes Stahlfeuer
seinen eigenen Hammer hat, oder Hwei Feuer zu Einem Hammer
gehören) eingeleimt werden, gewöhnlich in 12 Masseln zerhauen,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen