Page - 461 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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indem derselbe vorerst über's Kreuz, und dann jedes dieser Viertel
in 3 Masseln zerschrotten wird; nur die mehr ungestalteten Massel,
wie die Nandstücke, werden etwas gedrückt, um sie besser mit der
Zange fassen, und im Feuer leichter wenden zu können. Von die-
sen kleinen Masseln kommen nur drei sogleich zum Ausheizen ins
Feuer, die andern werden wie bei der Schwallarbeit in ein eigenes.
Mit Kohllösche beheiztes Wärmöfel, oder besser in einen Vorglüh-
herd des Frischfeuers gebracht. Gleichzeitig mit den drei Masseln
wird schon die erste Flossengarbe mit beiläufig 120 Pfund Flossen
»on der Ecke der Vor- und Windseite aus, und bei stacher Lage
der Flossenstücke so hoch eingelegt, daß selbe über den an der Wind-
seite befindlichen Massel zu liegen kommt. Sie wird vorläufig so
weit zurückstehend gehalten, daß sie sich nur allmählig anwärmen,
aber keineswegs bis zum beginnenden Abschmelzen erhitzen kann.
Es ist dieses sachte Anwärmen bei der sperren, zum Abspringen sehr
geneigten Beschaffenheit der Flossen nothwendig. Man behauptet,
daß das versuchte Vorglühen im Vorwärmherde dem Abspringen zwar
begegnet, aber solche vorgeglühte Flossen Veranlassung zu einem
mehr eisenschüssigen Rohstahl geben sollen, wogegen freilich Man-
ches zu bemerken wäre. Das sogleiche Einlegen dieser Flosscngarbe
hat außerdem noch daö Gute, daß der Feuerraum auf der Wind:
seite enger gehalten wird, indem die aufgegebenen Kohlen von die-
ser Garbe begränzt werden, und es ganz überftüssig ist, sie bis zur
Bedeckung der Garbe aufzuthürmen, was aber leider nicht immer
unterbleibt. Nur die kleine Unbequemlichkeit »eranlaßt das frühe
Einlegen dieser Garbe, daß man sich beim Ginlegen eines neuen
Massels an der Windseite vorerst mit der Schürschaufel Platz ma-
chen muß, damit man den einzubringenden Massel gerade unter
der Garbe hineinstecken kann, so wie man beim Uebcrlegen dessel-
ben ihn auch immer gerade herausziehen muß. Uebrigens versteht
es sich von selbst, daß man dieser schweren Flossengaibe im Lösch-
tranze eine großflächige Unterlage einbetten, und ihr rückwärts an
den Zangenschäften ein entsprechendes Gewicht anhängen muß, um
sie vor dem ««gewünschten Niedersinken zu bewahren, so wie auch
die Zangenschafle der Massel mit Gegenwichlen oder Eßbanthag«
gen gehalten werden.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen