Page - 475 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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genschaft er nicht allein seiner minder rohen Beschaffenheit, sondern
zugleich ter Reinheit des verwendeten Roheisens zu verdanken hat.
D» die ausgeschmiedctcn Stahlstangcn sogleich ,», noch glü-
henden Zustande durch kaltes Wasser gehärtet werden, muß in der
Nä>e des Hammerschlages der sogenannte Härtentrog ^ein hin-
länglich großer hölzerner Trog, um mehrere Zentner Stahlstangen
aufnehmen zu tonnen) angebracht seyn, in welchen beständig kaltes
Nasser zustießt, damit sich der Inhalt des Troges durch die hinein»
gelrorfenen Stahlstangen »ie erwärmen kann. Oft sind ein Paar
solcher Härtentröge neben einander angebracht, die zum abwechseln-
den Gebrauche dienen. Auf Tab. IV., Fig. 31 stellen oc... solche
Hä'ttentrege vor, während «16... die Härtcntröge für den neu abge-
richteten Hammerzeug sind. Man pflegt die Härtentröge entweder
nach jedem Dachel oder nach jeder Schicht von den eingeworfenen
Stahlstangen zu entleeren. Gute, harte Stahlstangcn kündigen sich
bleich nach ihrer Ankunft im Härtentroge durch das mit einem Klang
verbundene Springen an, von dem auf Seite 52 gehandelt worden ist.
Vei dem hauptgcwertschaftlichen Verfahren pflegt man die
Stahlstangen 1 Zoll dick und 1'/^ Zoll breit auszuschmicden, wobei
Haarseite und Reinseite der einzelnen Massel nach den breiten Seiten
zu liegen kommen, und dieselbe Ordnung dann beim Abschicncn,
behufs der Stahlgärbung gleichfalls beobachtet wird, damit man
durch die Gärbung eine bessere Ausgleichung zwischen der meist här-
tern Haarseite und der weichern Neinseite erlangt. Vei den gewerk-
schaftlichen Hämmern trifft man gewöhnlich eine quadratische Schmie-
dUUg VrN l bis 5/4 Zoll Stärke. Die Länge der einzelnen Stahl-
stangen ist sehr gleichgültig, weil sie beim Sortiren ohnehin zu ver-
schieden langen Stücken abgebrochen werden. Man hat daher auch
nicht nöthig, beim Ausschmieden der einzelnen Massel und Kolben
eine gewisse Ordnung im Vorgange zu beobachte», sondern es werden
oft einzelne ganze Stellen zu einem Stäbe von zufälliger Länge aus-
gcschmiedet, während die unganzcn Stellen .zu Theilen eines Kolbens
geworden sind, der nochmals Hitze erhält. Nur auf den Umstand
muß man geziemend Rücksicht nehmen, daß die abgehauenen Stahl-
stangen noch «it guter Nothglühhltze in den Härtentrog gelangen.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen