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wird) ist vor der kärntnerischen Eiscnarbeit, die wir in §. 105 bis
§. 119 kennen gelernt haben, ganz verschieden. Wir kennen uns
daher hier nicht wie bei der steirischen Frischmethode zur Abkürzung
auf die Eisenarbeit berufen.
Gin Frischhcrd der kärntnerischen Rohstahlarbeit ist auf Tab.
III. in Fig. 4 und Fig. 5 im Auf- und Grundriß dargestellt. Pon
der eigenthümlichen Herstellung des Hcrdbolens, um den Einfluß
der Gruntfcuchligteit ;u beseitigen, ist schon auf Seite 265 gehan»
delt worden. Ebenso haben wir auf Seite 240 bereits den vorsprin-
genden Herdtastcn 5' und die Versionalbant <- tenncn gelernt. Die
Herdgrubt ist stets mit bei 2'/« Zoll dicken Eisenplatten (Steine
genannt) meist rechtwinklig ausgesetzt, und zwar werden der Noll^
und Löschstein zwischen Form- und Riastein in nur »venig auswärts
geneigter Lage eingeklemmt; letztere springen an der Arbeitseitc so
weit vor, daß sie zugleich als Träger für die Arbcitplatte I! dienen
können, und der Niastcin erhalt gewölmlich eine kleine Neigung aus
dem Herde. Zur Erleichterung des Nusbruches der Cotta ist ,s in-
zwischen gut, wenn die Hcrtgrube um <n>c» 1 Zoll auf ler Arbeit-
seite länger als auf der gegenüberstehenden Seite gemacht wird.
Die Herdgrubt ist entweder quadratisch, oder hat allenfalls um
1 Zoll mehr Breite als Lange, indem sie 22 bis 23 Zoll lang,
und 23 bis 24 Zoll breit ist. Die Tiefe von der Form nieder be-
trägt 11 bis 13 Zoll, oder bis auf den festgcstauchten Löschboden
7 bis 9 Zoll; der Ria-, Roll- und Löschstein sind gewöhnlich um
3 Zoll höher gelegen als der Formstein. Von Wichtigkeit ist hier-
bei besonders die Hohe des Riasteines, weil während des Frischpro-
zesses das einzuschmclzende Roheisen auf diesem und der in gleicher
Höhe dahinter befindlichen Herdplatte (^ (siehe Fig. 5) aufliegt, folg-
lich mic der Höhenzunahmc dieser Platte von einer größcrn Höhe
eingeschmolzen und dadurch ein mehr gaarcr Gang herbeigeführt
wild. Aus dieser Ursache wechselt die Höhe dieser Seite, und kann
um 2'/.^ bis 5 Zoll höher als die Formlage seun. Auf der Lösch-
feite ist gewöhnlich eine Fcucrschwell (siehe Seite 263) vorhanden,
bisweilen aber läßt man an dieser Stelle bloß einen Löschwall, was
indessen nicht so zweckmäßig ist. — Die Form hat in der Regel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen