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Schicht, bei der letzten Cctta, wenn der Löschboden schon zu Nes
geworden ist, ereignen können; ja in solchem Falle kann selbst das
zweite Aufrichten den gewünschten Erfolg bisweilen nicht haben,
sondern nochmals alles zu Sauer werden, worauf dann aus dem
Sauer ein PaarHartzerrennböden abgehoben, der Löschboden erhöht
und wieder fest gestaucht werden muß. Zeigt sich bei der Nnttrsu«
chung des Vcdens während des Teulumschlagens aber im Gegen-
theil derselbe weich und hoch angesetzt, so beweist ties einen zwar
fertigen aber zu weichen Frischboden, und man muß sogleich einige
Vlattelstücke aufgeben, bevor noch die Hartzerrcnnböden zum Ein-
schmelzen kommen.
ß. >45. Wie man einen tauglichen Frischboden erzielt hat,
wird das Einschmelzen der Hartzerrennböden zur Bildung der Colta
begonnen. Zu dem Ende wird das auf der Nia befindliche Presa»
stück einstweilen zur Seite gerückt, um an dessen Platz einen Hart«
zerrennbcden zu bringen, den man mehrere Zoll über den Riastein
in den Herd ragen läßt; hiernach wird das bei Seite gerückte Presa«
stück auf diesen vorgerückten Boden dergestalt aufgelegt, daß derselbe
hierdurch auf der Niaseite beschwert, vor dem Niedersinken im
Herdraume gesichert bleibt, und zugleich das Presastück weiter vor-
gewärmt wird. Ebenso wird auch in der Folge, wenn das zweite
Presastück gleich dem ersten zur Verarbeitung kömmt, an dessen
Stelle ein zweiter Hartzerrennbotcn auflas hintere Ende des erstem
gelegt, um diesem als Gegengewicht zu dienen, damit er nicht ins
Feuer falle.
Mit der Wahl der einzuschmclzenden Böden, so ferne man eine
Auswahl hat, was aber leider nicht immer der Fall ist, muß man sich
nach der jedesmaligen Beschaffenheit des Frischbodens lichten. In»
Allgemeinen kann darüber bemerkt werden, daß im Beginn der
Cottabildung weichere Böden eingeschmolzen weiden, als gegen Ende
der Arbeit, weil im Anfange der Cottaboden noch sehr tief unter
dem Winde ist, und darum ohnehin immer langsamer verkocht, als
nachdem derselbe schon nahe unter der Form angewachsen ist. Ma»
zerrennt deßhalb zuerst gerne einen Kochboden ein, worunter
man jene Böden versteht, die aus dem Sauer, welcher zu End«
der Schicht in der Grube verbleibt und darin erstarrt, oder dan»
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen