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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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— 492 — als nöthig erweisen, diese Schlacke im Herde durch anderweitige Mittel roher;« machen, so stehen dafür zwei Mittel zu Gebote: dis Aufgeben von Quarz, und das Einschmelzen frischer, dünner Vlatttl. Das Letztere wirkt durch Entziehung eines Theiles des Eisengehalies der Schlacke, indem das eingeschmolzene frische Roheisen einen Thtil seines Kohlengehaltes abgibt, und dadurch selbst schneller verkcch:; das Erstere aber wirkt durch directe Vermehrung des Kicselerdenge- halts in der Schlacke, und daraus leuchtet ein, daß es in Beziehung aufCalo vortheilhafter ist frisches Roheisen einzusckmelzen, und ein guter Stahlfrischer greift daher nur selten zum Quarzzusatze. Nothwen- dig wird ein Quarzzusatz aber dann, wenn die Schlacke dickflüssig, der Frischbodcn jedoch von mehr roher Beschaffenheit ist, weil in diesem Falle durch einen Noheisenzusatz leicht ein theilweises Durchzerrennen eintreten könnte. Ferner wird ein Quarzzusatz dann zweckmäßig seyn, »renn der Feuergang ganz gut ist, aber nur die etwas zu viel ange< häufte Schlacke nicht abstießen will, wobei man jedoch dieselbe sogleich abstechen und durch eine entsprechende Menge neuer Schlacke von richti- ger Beschaffenheit ersetzen muß. In allen übrigen Fällen ist der Quarzzusatz nicht am rechten Platze, obwohl er öfter die Arbeit er« leichtert, und deßhalb (wie z. B. im Beginn des Ausheizens, um schnell eine dünnflüssigere Schlacke zu bekommen) in der Regel häu- figer angewendet wird, und daher bei dieser Stahlarbeit ein unge- wöhnlich großer Calo die Folge ist. Man wendet den Quarz ent< weder in fein gepochtem Zustande an, oder man legt denselben in größern Stücken auf die auszuheilenden Stahlstücke, wodurch er von selbst in kleinere Stücke zerfällt. Soll dagegen eine zu rohe Schlacke verbessert werden, welche durch Aufnahme von Eisen fres- send auf den Cottaboden einwirkt, so gibt man Hammerschlag auf, eder besser man sticht sie ab, und ersetzt sie durck gaarere. Bei gu- tem Gange der Arbeit soll die meiste abfallende Schlacke Rohschlacke seyn, obschon dieselbe durchschnittlich nicht so roh ausfällt, als bei einem gut betriebenen steirischcn Stablfcuer. Ein grosier Uebersckuß uon Gaarschlacke über den Bedarf des eigenen Feuers zeigt immei auf eine schlechte Arbeit. Die Beschaffenheit der Schlacke im Herde wird wie bei den übrigen' Frischprozessen am leichtesten nach ihrem Verhalten am Räumcisen beurtheilt.
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Title
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Subtitle
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Author
Peter Tunner
Publisher
C. Tanzer'schen Schriften
Location
Graz
Date
1846
Language
German
License
PD
Size
11.09 x 19.47 cm
Pages
540
Keywords
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden