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um dem Meister seine Arbeit zu erleichtern, und auf tiefe Art
viermal schmieden zu tonnen. Dabei hat zwar jeder Arbeiter täglich
8 bis 9 Stunden Ruhezeit, die jedoch, besonders für den Wasser-
geber, in viele einzelne Zeitabschnitte vertheilt ist. Man findet test-
halb in allen kärntnerischen Stahlhütte» die bantartigcn Bettstätten
der Arbeiter, damit jeder Einzelne beim Gintritt seiner oft kaum
«ber '/>> Ttund langen Ruhezeit ftin Vett in der Nähe hat. <3<l
gehört jedoch eine gewisse Zeit dazu, bis sich die menschliche Natur
laran gewöhnt hat, bei so kurzen Schlafperiodcn sich zu erholen,
jedesmal gleich einzuschlafen, aber auch jedesmal gleich wieder zur
Arbeit tauglich zu scun.
Nie Bezahlung der Arbeiter geschieht fast allerorts nach ter
Quantität und mitunter zugleich auch nach Qualität der Erzeugung.
30 Kreuzer C. M. ist ein sehr gewöhnlicher Zcntnerlohn, wovon
-/, der Meister bezieht, welcher den Wasscrgeber zu erhalten hat,
sich also um das mehr verdient, was der Wassergeber weniger als
ter Heizer erhält. Wenn jedoch Leukäufe, Gruntstücksbcnühung und
bisweilen gewisse Naturalienfassungen zu Geld berechnet zumZent-
ncrlohn hinzugeschlagen werden, so lömmt dieser über 40 Kreuzer
V. M. Eine bestimmte Passirung an 6alo und Kohlenverbrand ist
leider fast nirgends zu finden.
Tie wöchentliche Erzeugung eines kärntnerischen Etahlftuers,
wenn mit Ausnahme des Samstags täglich dreimal geschmiedet wird,
lind leine besondere Störung vorfällt, beträgt 30 bis 35 Zentner.
Tcr Kohlenverbrauch sammt Hartzerrcnnen ist etwas über 50
Kubitfuß Fichtenkohlen per 100 Pfund fertigen Nohjtahl.
Ter Verbrauch zwischen Flossen (die hartzerrennt werden müs<
sen) und Vlatteln stellt sich ungefähr wie 3 :1 bis 2 : l. Tcr
Gesammtcalo wechselt auf verschiedenen Hütten und in verschiede-
nen Jahren uen 20 bis 30 Prccent; 2.', 'Procent ist in der That
ter gewöhnlichste'). Ungefähr '/(» des erzeugten Nohstahlcs s»ll bei
33'
») D>escr grosse Eal» fäll» bcsondcrj dann auf, wenn man bcdenl« , dali bei der
sts,r>schen St>>!>larl>e>t, wcnn vlesc >n>t Waloeiscn dclrxdc» wird, bl'< wel-
chcm früher AUc« hartzerrennt werden muü, nur >i !>,s >« Prozent entfallen.
2>r Quarzzusatz, ras Ungebundenst»» der Arbeiter bezüzl,ch der Wroüe »e»
E,scnverl>randcz »nd da« viele Vuyen un» heizen dei S>«5>»i stnl »« tz»»-
da»«».
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen