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Welche Nummer ausgezogen werden soll, ist Gegenstand der
3'rstellung; im Allgemeinen verwendet man jedoch ;u den feinern
Nummern den weichern Stahl, weil dieser die feine Schmiedung
besser verträgt als der harte.
Vom Härtentrog weg werden die Stahlstangen von dem noch
anhängenden Glühspan über einer hölzernen Unterlage im nassen
Zustande abgerieben, welche Arbeit das S tah l reiben genannt
wird. Die abgeriebenen feuchten Stahlstangen werden, um sie vor
dem Roste zu bewahren, in der Nähe des Feuers getrocknet, und
dann zum Sortiren abgegeben.
Der über Trieft nach dem Orient, Amerika und nach Italien
gehende Stahl wird gewöhnlich nur nach seiner Schmiedung sortirt,
wozu man sich einer aus starkem Bleche gefertigten Lehrmaß bedient;
jedes Stäbchen muß jedoch ohne wesentlichen Tadel seyn. Ilnganze
Stellen, so wie die unreinen, abgebrochenen Enden geben Nefudi
und Vröckel- oder Greifenstahl. Der nach Deutschland, in die
Schweiz und nach Frankreich gehende Vresclaner Stabl wird aber'
mehr nach seinem Vruchansehen, als nach der Schmiedung sortirt,
welche letztere meist zwischen '/, und '''/z Zoll Stärke schwankt.
Stangen, die an der Oberfläche und an dem beiderseitigen ^ruch-
»nde vollkommen rein, und nicht viel unter 2 Fuß lang sind, ge-
ben ten sogenannten Münzstahl; kürzere, jedoch nicht unter 3
Zoll lange, übrigens aber vollkommen reine, oder doch mit kaum
„ennenswerthen Fehlern an der Oberstäche behaftete Stücke geben
denDreidupfstahl; Stücke, die im Vruche oder an der Oberfläche
ein minder schönes Aussehen oder merkliche Ungänzcn haben, dabei
nicht unter 12Zoll lang sind, gebenden Zweidupfstahl, welcher
jetoch nicht immer aussortirt wird. Hingegen Stangen, die merk-
liche Fehler haben, wie z. V. kleine Eisenadern im Vruche oder
i>» der Oberfläche, geben den Dreidupfmock, wozu auch der
Zweidupfstahl kömmt, wenn diese Stahlsorte nicht verlangt wird;
bei größern Eisenadern oder weichen Stellen überhaupt kommen
die Stücke zum Zweidupfmock. Die unter drei Zoll langen,
übrigens aber guten Stückchen geben den Greifenstahl, den mail
entweder selbst zum Gerben oder zur Gußstahlfabritatisn verwendet,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen