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eimelnen Cotta, wie in der Beschaffenheit des Roheisens findet eini-
ger Unterschied Slatt. ') Fast ebenso gewiß ist ferners, daß tie
Kärntner Stahlarbeit aus der Paaler Methode abgeleitet wurde,
indem sie nichts als eine Vereinfachung der letztern ist. Man bat
daher mit Recht die Paaler Arbeit die echte, und die kärntnerische
Methode die unechte Vrescianer Stahlarbeit genannt, welche
Benennungen indessen bei uns nicht gebräuchlich sind.
Der einzige wesentliche Unterschied zwischen der Paaler und
Kärntner Nohstahlarbeit bestehet in dem, daß bei ersterer alle Deule
durch eine entsprechend lange Zeit im Sauer cemenlirt werden,
wahrend dieses bei letzterer nur allenfalls beim ersten Deulputzen
in der Schicht in geringerem Grade Statt findet, bei den folgenden
Deulputzcn aber ob Mangel an Sauer nicht mehr geschehen kann.
Es liegt diesem Cementiren der 'Deule im flüssigen Roheisen (was
immer erst dann geschieht, wenn der Deul schon geputzt ist, sich
also in Tchweißhitze befindet, und wobei immer jene Seite des
Dcules, welche in der Cotta die obere bildet, nach unten gekehrt
wird) die ganz richtige Ansicht zu Grunde, daß bei der Cotta-Vil-
dung die obere Seite in der Negel weicher ausfällt, als die untere,
welche durch ihre beständige Berührung mit dem Sauer eine ge»
«isse Härte erlangen muß. Um nun dieser obern weichern Seile
dieselbe Härte zu geben, wie die untere erhalten hat, bringt man
sie dann auch mit dem Sauer in Berührung, und zwar damit die
Einwirkung des Saucrs um so rascher erfolgt, nachdem sie zuvor
Schweißhitze erlangt hat. Es liegt zu dem Ende der Deul nicht
mit seiner ganzen, sondern nur gut mit seiner halben Dicke im
Sauer, weil die hierbei nach oben gekehrte Seite schon bei der Colta-
Vildung mit dem Sauer lang genug in Berührung war; damit diese
nach oben gewandte Seite aber nickt vom Windstrome getroffen wer-
den kann, muß das bei 3 Zoll tiefe Metallbad des Sauers mit
einer ungefähr gleich dicken Lage flüssiger Rohschlacke bedeckt seyn,
so wie dies bei der Cotta-Vildung mit der jetzt nach unten gekehrten
'» Nci 5cm Umstände, «aü diele Arlxit i» »er »aal mehr »lcr weniger geheim-
>»!iu»ll veeriche» ,y,r!>, o»cr woniqstcns ,n früherer Zeit betrieben wuroe'
sehe >ch »och qenothiget, ?>>v Meiste ?er h>cr folgenlen lurzen N»tij<« v»x
len ilalirmschen Werten ,u Gr»mo u„? Vagolmo zu entlehnen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen