Page - 514 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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sten Paal« Ttahlfcuem iinmer einige vorräthige Deule, Greifen
und Kolben findet. ! i
Endlich als sechster Unterschied kann bemerkt werden, daß sehe
selten ein eigenes Hartzerrennen der Flossen nothwendig wird, weil
man bei der Paaler Arbeit einerseits mehr Kochböden erhält, und
andererseits mehr Vlattel braucht als bei der Kärntner Methode.
Daß man mehr Kochböden erhält, hat seinen Grund in der tiefern
Herdgrube und größern Sauermenge, daher nach der letzten Cotta,
»o der Löschboden meist schon sehr tief geworden ist, gewöhnlich
zwei Kochbiden erhalten weiden; und außerdem ist man öfters ge-
nöthigt auf die Vüdung einer Cetta zu verzichten, indem an de-
ren Stelle zum Vcdenhcben geschritten werden muß. Daß man,
ungeachtet zur ersten Sauerbildung gewöhnlich Flossen verwendet
werden, dennoch mehr Vlattel braucht, liegt theils in dem Umstände,
daß zum öftern erforderlichen Auffrischen deS Saucrs ziemlich viel
Vlattel während des Deulputzens nachgeschmolzen werden müssen,
theils aber ist es Folge des eisten Verhältnisses, daß man nämlich
meist Kechböden zu verarbeiten hat, wozu man dann um so mehr
Vlattel gebrauchen muß, da man bei der Paaler Arbeit absichtlich
immer nach einem sehr rohen Feuergange trachtet, um einen fehl
harten Stahl zu erzielen. Man kann annehmen, daß bei der Paa-
ler Arbeit wenigstens eben so viel, wenn nicht mehr Vlaltel als
Flossen verbraucht werden.
ß. »5» Die Erzeugung bei einem Paaler Feuer ist bei-
nahe lediglich auf den Kölberlstahl beschränkt, der sodann zur Er-
zeugung des Vrescianer Stahles an den Zichhammer abgegeben
N'ird; nur einzelne Tajolen, denen man es ftion beim Nohstahl-
yammer antennt, daß sie sich im Ziehfeuer ungan; zeigen würden,
schmiedet man zu sogenanntem dickgevicrten Stahl, d.i. zu qua-
dratischen Stangen von etwa V« Zoll Stärke aus, und wirft sie
fcgleich in den Härtentrog. Der eiscnschüßige dickgevierte Stahl
wird als Mock hindangcgebeu, der nicht eiscnschüßige aber zum Ger-
ben bestimmt. Die Größe der Plotuction in einer ganzen Woche
kann von l2 bis 20 Zentnern wechseln, und durchschnittlich zu Ili
Zentnern Kölberl angenommen weiden.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen