Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Vor 1918
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Page - 24 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 24 - in Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz

Image of the Page - 24 -

Image of the Page - 24 - in Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz

Text of the Page - 24 -

23 An sich war vormals in jeder (Grund-) Herrschaft ein Übergabepunkt, bzw die Säule(n)/Stein(e) zur Anhängung und vorläufigen Sicherstellung eines vor das Hochgericht zu stellenden Delinquenten bis zu dessen Abführung zum zuständigen Landgericht erforderlich. Dieser Übergabeplatz befand sich stets an der Peripherie, der Herrschaftsgrenze, wollte doch der Herrschaftsinhaber verständlicherweise den Malefikanten nicht unmittelbar vor seinem Wohnsitz, in seinem Blickfeld sehen, war zudem auch bestrebt, das Betreten seiner Herrschaft durch Herrschafts-fremde Personen zu vermeiden. Ebenso verhielt es sich in der Herrschaft Hagen.83 Wann die im Hagen noch heute existenten Gerichtssäulen aufgestellt und wann sie zwischen Betonplatten fixiert wurden, ist wie oben bereits erwähnt, bei derzeitigem Forschungsstand, in Anbetracht der Archivzerstörung und des spärlichst erhalten gebliebenem Abschriften-Materials unbelegbar. Burgstaller/Pfeffer, Wacha, vMezler- Andelberg u.a. plädierten für eine eher frühe, vor der Edelsitzerhebung anzusetzende Aufstellung und langdauernde Verwendung, Schultes und Zauner zogen den Zeitraum der Erhebung (1609) in Erwägung. 84 Sie sind auf keinem der aufgefundenen Pläne verzeichnet, was aber ua laut Auskunft des Vermessungsamtes, Herrn Alfred Gattringer, durchaus nicht unüblich erscheint, da Pläne ausschließlich mittels Grenzlinien vermessen wurden, keinerlei Kleindenkmäler im Verlauf der Linien inkludierten bzw zeigten. Solche Objekte waren seiner persönlichen langjährigen Erfahrung nach nie eingezeichnet, es gab und gebe in OÖ keine Verpflichtung zur Einmessung von Bauwerken, Bahnlinien (wie zB Pöstlingbergbahn). Auch hätte bei eventuell ungerader, den Sockel erfassender oder durchkreuzender Aufnahme dieser eingemessen werden müssen, was normalerweise nicht gemacht wurde. Die Säulen seien mit Sicherheit in keinem der alten Pläne (was sich nach gründlicher Durchsicht bestätigte) eingezeichnet, weil dies einfach nicht üblich war. Außerdem zog man stets die „Vorgängerversion“ als Basis des neuerstellten Planes heran.85 Die Gerichtssäulen könnten somit theoretisch bereits unter den Herren vWallsee aufgestellt worden sein, für den Fall, dass ein Verdächtiger zB der hohen Gerichtsbarkeit der ihnen zugehörigen Herrschaft Waxenberg zugeführt werden sollte, wie dies vergleichbar aus einem ähnlich gelagerten Fall, bezüglich des Schmidtauerischen Besitzes Rottenegg 86 und der zuständigen Gerichtsstätte Oberwallsee ersichtlich ist.87 Der Wallseeische Besitz Oberwallsee war Anfang des 15. Jh aus dem Landgericht Waxenberg ausgeschieden; das Geschlecht erhielt für seine Besitzungen das „gericht was den tod anrueret“.88 vaterländischen Vereines zur Bildung eines Museums für das Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns und das Herzogthum Salzburg. 1835, 14-15. PA Traxler, Oktober 2011. 83 vMezler-Andelberg, PI 28. Juni 1999. 84 Schultes, div. PI, 2010, Zauner, PI Jänner 2004. Schäffer, GHft Hagen/Linz, Bd II. Zur Edelsitzerhebung siehe ua Schäffer, Khueperger, 106ff. 85 Vermessungsamt Linz, PI 2005; nochmalige Erläuterung, 2. Bestätigung Gattringers, PI 22. Februar 2012. 86 Rottenegg stand zeitweilig in enger Verbindung mit dem Hagen, ua durch die Besitzerin Barbara Bischoff und deren Tochter/Schwiegersohn und Enkel, vOberwallsee. B. Bischoff nannte sich sogar nach Rottenegg. Schäffer, (G)Hft Hagen/Linz, Bd I, II. 87 OÖLA, AStbg, Diverse Herrschaften, HA Rottenegg 1600-1740, Sch. 229, C 2, C3. Wallseer als Errichter: EH Franz vHabsburg-Lothringen, tel. PI 4. Mai 2004, persönl. PI Schloss Wallsee, 11. Oktober 2007: Sie hatten in Italien auch Rechtsstudien absolviert und setzten dieses Wissen um. 88 Strnadt, Norden/Donau, 165f: 3. Mai 1415; seit 30. Oktober 1364 besaßen die Wallseer eine „Freyung“; > Erlaubnis des Burg-Baues mit der Benennung "Oberwallsee", zur Bewahrung des Namens. Vgl Schäffer, Adelsgeschlechter Hagen.
back to the  book Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz"
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Title
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Authors
Hanna Schäffer
Herbert Schäffer
Publisher
Eigenverlag Schäffer
Location
Linz
Date
2015
Language
German
License
PD
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
64
Categories
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz