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Geschichte
Vor 1918
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
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Page - 32 - in Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz

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31 1242 bereits belegt, als ua Hermann der alte Richter als Zeuge auftrat, Linz damals somit seit etlichen Jahren einen Richter besaß.138] Das Wissen um den Aufstellungsort der Hagen´schen Gerichtssäulen nahe dem Maut- Häuschen und ihre entsprechende Darstellung auf dem Wanderaltar, lässt ferner einen Blick auf den Konnex Gericht und Maut als angebracht erscheinen: Dass Gericht und Maut im Allgemeinen und im Besonderen oftmals in Zusammenhang standen (ortsmäßig auch im Hagen, allerdings hier in geringerer, lokal-herrschaftlicher Bedeutung), geht ua daraus hervor, dass sie häufig gemeinsam gleichzeitig verpachtet wurden. Hier, in der vergleichsweise kleinen Herrschaft Hagen, standen Gerichtssäulen und Maut-Häuschen nahe beieinander, beide am süd-östlichen Grenzpunkt des Herrschaftsareals. An dieser Stelle hatten Fremde, welche der Herrschaft zum Eintritt gemeldet werden mussten, zu warten. Von Passanten und Fuhrwerken wurde ein kleiner (Maut-) Beitrag eingehoben, welcher der Erhaltung des Weges diente;139 ausgenommen waren nur folgende Bauern aus dem Bereich Pöstlingberg: „götzlinger, Hakher, Kheimbl, friedtlseder vnd schabbleder“. Diese mussten sich jedoch im Gegenzug aktiv an den Ausbesserungsarbeiten des Weges beteiligen, welcher relativ frequentiert war. 140 Der Kaiserliche Rat Friedrich Tscherne empfand um 1898 die Hagener Gerichtssäulen an ihrem altgewohnten Platz zunächst als hinderlich und einengend, plante er doch neben dem schmiedeeisernen Einfahrtstor zu seiner Villa ein Fußgängertürchen anbringen zu lassen, welchem sie im Wege standen (s.u.). Nach einer diesbezüglichen Rücksprache mit Schlossbesitzer Josef Weingärtner, welcher ihn ersuchte, sie, die seit alters her an ihrem authentischen Ort belassen worden waren, im Sinne der Historie, des lokalgeschichtlichen Wertes und der Wissenserhaltung für nachfolgende Generationen, nicht zu versetzen. Tscherne hielt sich daran, ebenso die Nachfolgebesitzer bis zum heutigen Tag.141 In den wenigen noch erhaltenen abschriftlichen Überlieferungen des Schlossarchivs Hagen findet sich wie bereits dargelegt, keine dezidierte Erwähnung der Gerichtssäulen, lediglich eine legendenhafte volkstümliche Erzählung/Erklärungsversion, welche, vom Lehrer Max Gielge im „Clam´schen Unterthanen Schuell- und lerbuechl“ entdeckt, den Schülern, Bekannten und Anrainern mitgeteilt wurde, ihnen in Erinnerung blieb. Demnach beabsichtigten dereinst drei kriegerische Reiter ("vermutlich slawische") sich des Nachts des Hagen zu bemächtigten, wurden aber vom "Bruder" im Hagen, welcher auch als Nachtwächter fungierte, entdeckt und erstarrten aufgrund seines inständigen Gebets zu Steinsäulen. 142 138 Sekker Franz, Linz unter den Babenbergern. Tagespost 1911, Unterhaltungsbeilagen Nr. 21 und 22: Der Richter bezog seine Einkünfte aus den Strafgeldern, dem sogen. „Wandel“. Um 1290 trug das Gericht in Linz dem Herzog 600 Pfund, jenes von Enns 200 Pfund ein. 139 Vgl Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/Linz, 7f. 140 OÖLA, AStbg, Best. Riedegg, Sch. 145, Hagen I (u. II), 4 Blatt, Grenzbeschreibung undatiert; > datierte Grund- und Grenz- Beschreibung 1669 respektive 1673: OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 11. 141 Reder (PI 1997) via PI Käthe Tscherne (1932, Kauf der Villa). Vgl Schäffer, F. Tscherne, 101ff. 142 Burgstaller, PI 12. November 1997, Reder, PI 16. Februar 2000, 19. März 2001, Steininger, PI 29. September 1998, Hirschfeld PI 2002 (via Lehrer Max Gielge); auch Heimerl, Heine, Mitter, Kletzmayr, Litzlbauer. Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/Linz, 41. Schäffer, Schloss Hagen bei Linz, 166f.
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Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Title
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Authors
Hanna Schäffer
Herbert Schäffer
Publisher
Eigenverlag Schäffer
Location
Linz
Date
2015
Language
German
License
PD
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
64
Categories
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