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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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Page - 216 - in Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)

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manischenKulturnichtnureineneminent religiösen, sondernaucheinen kriegerischenCharakter“111 verlieh. Weiser selbst baute in ihrer Arbeit keine Brücke zu zeitgenössischen realhistorischen Fragen. Eine ,Aktualisierung‘ des Männerbundthemas vollzogerstdernächsteMuch-Habilitand,OttoHöfler,siebenJahrespäter. Höfler übernahm 1934 in seiner Habilitationsschrift Kultische Geheim- bünde derGermanenWeisersmethodische Prämissen bis insDetail, legte seinen Schwerpunkt aber vor allem auf die politischen und völkischen Aspekte und verkündete mit Verweis auf eine angeblich fortdauernde germanische Kultur: „Die eigenste Begabung der nordischen Rasse, ihre staatenbildende Kraft, fand in den Männerbünden ihre Stätte.“112 Mit seiner zuWeiser thematischparallelenArbeitwurdeHöfler inWien1934 zumPrivatdozenten fürGeschichte der deutschen Sprache und Volkskunde ernannt. Ein weitererMuch-Schüler, RichardWolfram, habilitierte sich 1936mit der Schrift Schwerttanz undMännerbund fürGermanisch-deut- scheVolkskunde.RudolfMuchwaresmitseiner,Männerbundschule‘Mitte der1930erJahrealsoendgültiggelungen,dieVolkskundeinseine,nämlich diegerman(ist)ischeRichtungzuziehen.Tatsächlichwurde1939,alsman an der UniversitätWien die erste systemisierte Volkskundeprofessur in- stallierte, kein Ethnologe berufen, sondern ein treuer Anhänger des „Meisters“113 Much, der Germanenkundler und Skandinavist Richard Wolfram.114 IV.4.Konkurrenzen undNetzwerke Dass dieVolkskunde an derUniversitätWien bei ihrer offiziellenGrün- dung1939 alsGermanen- undMännerbundkunde betriebenwurde,war während der jahrzehntelangen Bemühungen um die Etablierung einer 111 See:Das ,Nordische‘ inderdeutschenWissenschaftdes20. Jahrhunderts (1983), S.31.–ZudenzeitgenössischenGermanenbildernvgl.auchEngster:Germanisten undGermanen (1986), S. 69–93. 112 Höfler:KultischeGeheimbünde derGermanen (1934), S.VIII. 113 Rudolf Much wurde unter den Germanenkundlern „Meister“ genannt. Fehrle (Hg.):ErnteausdemGebietederVolkskundealsFestgabedemverehrtenMeister Muchzum70.Geburtstag(1932);Höfler:DietrichvonKralik[Nekrolog](1960), S. 47. – Richard Wolfram behauptete in seinem Nachruf, dass Much „seine Freunde und Mitstreiter immer nur ,Heerkönig‘ nannten“. Wolfram: Rudolf Much [Nekrolog] (1936), S. 476. 114 Zu den politischen Umständen der Berufung Wolframs vgl. Bockhorn: „Die AngelegenheitDr.Wolfram,Wien“ (2010). IV. LilyWeiser (1898–1987)216
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Title
Germanistik in Wien
Subtitle
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Author
Elisabeth Grabenweger
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2016
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
290
Keywords
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Category
Lehrbücher
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