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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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aufgrund seiner Arbeit Die Trinkwasserversorgung primitiver Völker die VeniaLegendi fürEthnographieverliehenbekamund1924außerdemzum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Arthur Haberlandt führte Museum,VereinundZeitschrift seinesVatersweiterundentwickelte1926 die „TheoriederLebenskreise“,dieer als „Inbegriffder stetigenErlebnisse einerMenschengruppe inHauswirtschaft, Beschäftigung und geselligem Dasein, ausdenen ihreBräuche,SittenundAnschauungenerwachsen“,131 bestimmte.Diese „Lebenskreise“, die andas völkerkundlicheKulturkreis- Konzeptangelehntwaren,versaher jedochmiteinerWeltanschauung,die seinemVater immer fremd gebliebenwar: Ab den späten 1920er Jahren insistierte er nämlich zusehends auch auf der „Bedingtheit nach […] Rassenentwicklung“132. Zur offiziellen Vertretung der universitären Volkskunde in Wien wurde bisMitte der 1920er Jahre trotz vielfacher Bemühungen niemand ernannt. An den Universitäten in Köln, Marburg, Breslau, Heidelberg, Würzburg, Hamburg, Frankfurt amMain, Jena, Königsberg, Basel und Praggabes schoneigeneLehrstühleoder zumindestLehraufträge.133Dass es inWien bis 1939 nicht zur Einrichtung eines Lehrstuhls kam, lag zu einem Gutteil daran, dass sich die konkurrierenden Unternehmungen gegenseitig in Schach hielten und darauf bedacht waren, dass die jeweils andere Richtung keine universitären Titel oder Ämter zugesprochen be- kam,die ihnen selbst verwehrtblieben.BeidiesenAuseinandersetzungen, derenVerlauf imFolgenden in seinerChronologie skizziertwird, ging es vor allemdarum,wer offiziell die BezeichnungVolkskundebzw.Deutsche Volkskunde zugesprochen bekam. LilyWeiser war dabei, das soll vorweg- genommenwerden,eineKarte imSpielumdieVolkskundedesAltertums- undGermanenkundlersRudolfMuch. Der erste Austragungsort, an demderMachtkampf zwischenRudolf Much, den ,Mythologen‘undderVolkskundeHaberlandt’scherAusrich- tung zutage trat,wardasHabilitationsverfahrenArthurHaberlandts.Am 10.Dezember 1912 reichte dieser einGesuch umVerleihung der Venia LegendifürAllgemeineEthnographieundEthnologie sowiediePrähistorieder 131 Arthur Haberlandt: Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs. Bd. 1 (1953), S. 99. 132 Arthur Haberlandt: Die volkstümliche Kultur Europas in ihrer geschichtlichen Entwicklung (1926); zit. n.Bockhorn:VonRitualen,MythenundLebenskreisen (1994), S. 510. 133 MichaelHaberlandt: Zur Stellung derVolkskunde im akademischenUnterricht (1926), S. 73–76. IV.4. Konkurrenzen undNetzwerke 221
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Title
Germanistik in Wien
Subtitle
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Author
Elisabeth Grabenweger
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2016
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
290
Keywords
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Category
Lehrbücher
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