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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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außereuropäischenErdteileein.134DieBehandlungdesGesuchswurdeaber vonderKommission,derauchMuchangehörte,hinausgezögert: zunächst mit demArgument, dass es in Anbetracht der erst zwei Jahre zuvor er- folgten Promotion „verfrüht eingereicht war“, und danachmit der For- derung, dass Arthur Haberlandt mehr wissenschaftliche Publikationen vorzulegen habe.135 Erst bei der dritten Kommissionssitzung am 9. De- zember1913,alsofasteinJahrnachAntragstellung,wurdeschließlicheine Entscheidung gefällt.Diese nun fiel zwar formal zugunsten desHabilita- tionswerbers aus, beinhaltete jedochwesentliche Einschränkungen. Zum einenwurde der ZusatzEthnologie sowie die Prähistorie der außereuropäi- schen Erdteile gestrichen, mit der Erklärung, dass „aus den vorliegenden ArbeiteneinebesondereethnologischeBetätigungdesPetentennochnicht genügend hervorgeht“136. Zum anderen wurde unter den Kommissions- mitgliedern darüber diskutiert, ob dieVeniaHaberlandts umdenZusatz Volkskunde erweitert werden sollte.Doch auch daswurde abschlägig ent- schieden, sodass Haberlandts Lehrbefugnis anstatt der beantragten Be- zeichnungAllgemeineEthnographieundEthnologie sowiediePrähistorie der außereuropäischen Erdteile schlussendlich stark verkürzt nur auf Ethno- graphie lautete.137Damit war ArthurHaberlandt 1914mit seinerHabi- litation der offiziellen universitären Zuerkennung der akademischen Volkskunde um keinen Schritt näher gekommen als bereits sein Vater Michael Haberlandt bei seiner Habilitation Ende des 19. Jahrhunderts. Dessen Lehrbefugnis war 1892 nämlich ebenfalls auf Ethnographie fest- gesetztworden. Mit diesemRückschlag ließen sich Vater und SohnHaberlandt von ihren Institutionalisierungsbemühungen um die Volkskunde aber nicht abbringen. Der nächste Versuch erfolgte 1922mit der Beantragung des TitelseinesExtraordinariusundeineseigenenmehrstündigenLehrauftrags 134 HabilitationsgesuchvonArthurHaberlandtvom10.Dezember1912;UAW,Phil. Fak., Zl. 656 ex 1912/13, PA1843ArthurHaberlandt. 135 BerichterstattungüberdasHabilitationsgesuchdesHerrnDr.ArthurHaberlandt vom12.Dezember1913;UAW,Phil.Fak.,Zl. 656ex1912/13,PA1843Arthur Haberlandt. 136 BerichterstattungüberdasHabilitationsgesuchdesHerrnDr.ArthurHaberlandt vom12.Dezember1913;UAW,Phil.Fak.,Zl. 656ex1912/13,PA1843Arthur Haberlandt. 137 DieHabilitation ArthurHaberlandts wurde am6.Mai 1914 vomMinisterium bestätigt. Brief desMinisteriums für Kultus undUnterricht an dasDekanat der philosophischenFakultätvom6.Mai1914,UAW,Phil.Fak.,Zl.656ex1912/13, PA1843ArthurHaberlandt. IV. LilyWeiser (1898–1987)222
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Title
Germanistik in Wien
Subtitle
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Author
Elisabeth Grabenweger
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2016
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
290
Keywords
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Category
Lehrbücher
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