Page - 108 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Image of the Page - 108 -
Text of the Page - 108 -
U
8 ».
Verschönerung der Stadt und ihrer Vorstädte.
Nur wenige Länder dürfte es im ganzen Nmfange der
österreichischen Monarchie geben, in denen im Laufe der letz-
ten zwei Iahr;ehcnde so viel ,ur Verschönerung ihrer Haupt-
stadt geschehen ist, als in der Steiermark. Wer (Nratz vor zwan-
zig Jahren und seitdem nicht wieder gesehen hat, würde in eini-
gen ihrer Thcile gar nicht in Grätz zu sein wähnen. Nie
an vielen anderen Orten, insbesondere in der ewigen Roma,
diente auch hier die Furcht «er der (Cholera da,u, den Vor-
wand ;ur Entfernung mancher Nebelstandc herzuleiten, »voran
man früher nicht Hand anlegen mochte. Längst verschlämmte
Abzugsgraben wurden damals gereinigt^), Vertiefungen, in
denen sich stinkende Pfützen") ansammelten, ausgefüllt und
geebnet, bis daliin offene Canalc überwölbt") u. dgl. m.
Tas Bestreben, der Stadt ein freundlicheres Ausehen m
geben, schreibt sich aber schon aus viel früheren Zeiten her,
denn die Geschichte berichtet, wie Herzog Otto der Jüngere, der
Vrudcr H. Albrcchts des Weisen, den Bürgern von Grätz am
19. Juni 1Z36 alle Steuern auf drei Jahre, vom 24. Iuui
angefangen, unter der Bedingung nachgesehen habe, das» sie im
ersten Jahre 120 und im drillen 60 Wart Silbers zur Bes-
serung der Stadt verbauen sollten''). Herzog Friedrich der
Jüngere verordnete am 14. September 1435, daß die bau-
fälligen und verödeten Häuser binnen <wci Jahren wieder auf-
gebaut, oder der Stadt verfallen uud nun Baue veräußert
werden sollten ^). Vieles mag auch seitdem in verschiedenen
,) In dieser Hinsicht geschah das Meiste in den Stadtgräben, die an einem
Orte geebnet, an anderen der Voden aufgeführt, hier Klanale ul'cr-
wolbt, dort wieder der Wall ganz ausgeiullt wurde, so da!! >eyl >'or
dcm Franzens und Eisen-lhore schon weite Stre>lcn des le«!>rl„
gan^ zu gleicher Hohe >mt de»! eliemalz Gedeckten Wege der «festung
gebracht sind.
l) Eine solche lau noch im I >!>2! bis zur Requüruna, und Anschüttung d s^
unteren Thcils des Ioanneums ? Gnrtenz dicht neben dcm Oisenthore,
i) ßin an (Zodrus erinnernder Tcklund gähnte noch i,'or wenig Iakren de»
Vorul>crwande!nden ai» Eingänge m d,e schönste Ktrasie roi, (Yra>j
nächst den, Oisenlhore an, in dem nch »ur Ze,t e,»es Segens oder de»
schmelzenden Schnees ein machtiger Vach ergost. ?!och im Jahre <»?5
konnte man durch ihn einen ll.inal delreteii, der so doch gehalten war,
das, der bedeutend erhöhte postplalz des,hall> »oi> der Herrengasse aus
nur mittelst einer oncnen schmalen Wtiege betrete» werden lonnte,
d>e sich «n der Ecke des Hauscs ?lr, »«s befand.
»> Wart,ngcr ». a. O. S. !>
i) Wartinger a. a- 0^ S. ".
back to the
book Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung"
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918