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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 119 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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bens auf öffentlichen Spatziergängen; eben so findet man jetzt in Grätz nicht lcickt mehr die Gruppen muthwilliger Kna- ben, welche durch neckende Fragen oder aufregenden Zuruf aus der Ferne den Zorn eines geistesschwachen Alten oder reiz- baren blödsinnigen Weibes erregten, und sich an den leiden- schaftlichen Ausbrüchen ihres "Unwillens ergötzten. Somit blei- ben uns gegenwärtig fast gar keine jener stereotupen Figuren mebr übrig, nach denen sich der Grähcr sonst in der Ferne mit Theilnahmc erkundigte und an die er sich aus den Zeiten sei- ner Kindheit noch mit Lust erinncrle. Nur der Lumpensamm- ler läßt noch immer wie sonst die heiseren Töne seiner gebro- chenen Stimme erschallen, und eine und die andere barocke Mißgestalt erweckt noch das Lächeln oder Mitleid der Vorüber- gehenden. Vei der Nahe von Italien trifft man dafür seit einigen Jahren eine Menge von Leuten aus jenem Lande an, die, gleich den Schwalben jährlich wiederkehrend, im Frühlinge mit Drehorgeln und bunt gekleideten Affen, mit kunstgeübtcn Hunden und Hchauspielwägen, die an den Karren des Thespis erinnern, von Gaffe zu Gaffe wandern, und durch die Tone ilner Instrumente, und die Sprünge und Possen ihrer Thiere Almosen heischen. Diese, dann lucchesischc Gypsfigurenhändlcr, draunbcmäniellc horin'akische Trahtbindcrbuben aus den Kar- pathen und böhmische Harfenistinnen aus dem Erzgebirge sind gegenwärtig die einzigen fremdartigen Gestalien, die dem Rei- senden in den Straßen, unserer Stadt auffallen dürften. Ten malerischen Trachten der Hochgcbirgsländer begegnet man nur selten; höchstens daß man zur Zeit eines Jahrmarktes oder bei Gelegenheit einer Jagd einer oder der anderen malerisch costümirten grünen Gestalt ansichtig wird, deren Kleidung aber nicht sogleich als Volkstracht zu nehmen ist, crer daß man in ten im Frühling und Sommer durch die Stadt wandern- den Processionen von Wallfahrern eine cigcnchümliche Vclts- tleidung wahrnimmt, 8- ». Beschaffenheit des Straßeupflasicrs. Das Straßenpstaster, noch vor wenig Jahren überaus schlecht; hier schmal, dort breitsteinig, an einigen Orten aus Platten, an anderen ans Rollstcinen gebildet, wird von Jahr zu Ial,r besser, obgleich es im Gan.en ncch immer sehr viel zu wünschen übrig läßt. Auch hierin wurde durch die Landes-
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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