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beraubt m werden, dir il'rem ureigentl'ümlichen Wesen allein
entspricht, nämlich ilnes (ll^surcltt gebietenden ssl'aralters. Sie
daben alle das miteinander gemein, das» sie aus Vruchsieinen,
denen »ntunter Ziegel beigegeben erscheinen, erbaut, nur die
Strebepfeiler aus regelmäßig behauenen Viereckstcinen (Qua-
dern) ausgefülnt cder damit wenigstens eingefaßt und durch-
aus mehrfach abgestuft, sonst aber schlicht und schmuckles sind;
daß altes Scknitzwerk an Altären, Hochbilder aus Hol; oder
Stein cder anderes Kunstwerk der Art aus den Zeilen des
Mittelalters in ihnen gänUich felilt; Masgemäldereste nur in
der teechkirche angetroffen werden; das Vhor (Presbl'terium),
nach aller Weise, der aufgebenden Sonne zugekehrt und drei-
seitig geschlossen ist; daß die Orgel ilire gewöhnliche Stelle an
der Abendscite bat; das Innere fast immer durch neueren
Anbau entstellt erscheint und daß jede derselben ebne einige
Spur des älteren Rundbogenstyls durchaus im Spitzbogen an-
gelegt ist.
nn) Die Domkirche l).
Dem Vurgthore zunächst, der kaiserlichen Vurg gegen-
über und mit ihr durch einen drei Stockwerke bolien aus zwei
Schwibbogen rubenden Gang '.'erbunden, erhebt sich die alle
ehrwürdige Tomtircke zum Iieil. Aeg>.'dius. Die (5>ilste!'ung
derselben reicht in eine sehr frühe Zeit zurück, obgleich sich über
den Zeitpunct der ersten Gründung keine historischen Veweisc
auffinden lassen. Schon der Heilige, dem sie geweilu ist, Aeg>.'-
dius, der Schuhpatron der Franken, weise! auf karolingische
Zeilen hin. Urkundlich gewiß ist es, daß die St. Aeg'.'dentirche
schon im I. 1172 als Stadtpfarrkirche in Hrätz bestanden l,abe.
In ihrer alten Gestalt verblieb sie durch einige Iahrlnmdcrte.
Die gegenwärtige Kirche begann und vollendete erst K. Fried-
rich IV. in den Jahren 1449 bis 1462 ««gleich mit dem Um-
baue der benachbarten alten berloglichen '^urg. Wie aus den
Jahreszahlen, die an der Kirche selbst angebracht sind, zu erse-
hen ist, so wurde wie sonst auch hier mit dem Chor im I.
1450 der Anfang gemacht, und sechs Jahre darnach die Giebel-
wand vollendet; der älteste Theil des ganzen Vaues ist aber
unzweifelhaft derjenige, welcher die alte Sakristei enthielt, denn
»> Ihre Gestalt vcrswnlicht ein eigener l>cm Werke deiqegedener Stahlstich,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918