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Gebete erhoben. Zur Linken der aufrecht stehenden Mutter des
Heilands, der auf wrem Arme ruln, ist die Schar der Man-
ner, in der man einen Papst, einen Kardinal, mehre Mön-
che, auch ein gekröntes Haupt wahrnimmt. Von des Kaisers
frommer Geinalilinn, die ursprünglich auf dieser Seite ilire Stelle
gefunden, tonnte man noch vor zwölf Iayren das liebliche Ant-
litz und einen bedeutenden Thcil der übrigen Gestalt deutlich
erkennen; kostbare Ueberrestc, die jetzt längst der neidische Mör-
tel bedeckt. Ein großer Vorwurf bleibt es immer, das! dieses
unschätzbare Bild, das man in Italien ans jede erdenkliche Weise
zu retten gesucht halte, bei uns in früheren Zeiten keinen Schutz
gegen die Nnbildcn der Witterung und gegen die Zerstörungs-
wut!) der die Kirchenwände ausbessernden Menschenbände gefun-
den bat. — Auch die schlafenden Jünger im 'weile» Bilde wird
man mit Interesse und den im Gebete ringenden Heiland nicht
ohne innige Theilnahme betrachten. — Ein drittes Bild, der
seine Wuudenmalc zeigende Heiland, ist offenbar von einer
anderen Hand und von geringerem Kunstwerthe. Außer die-
sen drei Bildern, die bis jetzt noch gereitet worden sind, zeigt
dieselbe Seite noch einige andere durch den Kaltübenug gei-
sterartig durchblickende Schildcreien, als: Ebristum am Kreuze
und den heil. Christoph mit dem Weltheilandc auf der Schul-
ter; doch sie scheine» auf immer für die Kunst verloren zu sein,
cbglcich die kräftigen Farben schon wieder allmählig sich zu
zeigen anfangen.
Auch neben dem Seiteneingange der mittägigen Kirchen-
wand sieht man unter einem schützenden Bogen, der von einem
Strebepfeiler zum andern gewölbt ist, eine Reihe höchst merk-
würdiger, ;um Theile geschichtlicher Fresken, welche Ereignisse
aus der Geschichte der Stadt darstellen und offenbar aus der
Zeit des UebergangS des fünfzehnten in das sechzehnte Jahr-
hundert sind; so in der untersten der noch erhaltenen Reihen
den verheerenden Hcusckreckcnzug, von welchem die Stadt im
I. 14^0 heimgesucht wurde ^); eine daran sich reihende län-
gere Tarstellung') zeigt die Gräuel des in demselben Iayre
durch die cbere in die untere Steiermark streifenden türtischen
Heeres; eine dritte kaum mehr zu erkennende Abteilung cnd-
lc llbtMdunq uno ausfübrlichcre Zcrqlieücruni! li.-scr D«ll>'llun<, sin»
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Zl,ischr,!t, Wl„tz >«". S. i!^ u, l- w. v»n Dr, Franz Un,,cr.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918