Page - 172 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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entfalteten Buche rnl't, und die mit Heister Inbrunst an den
tief verhüllten Busen gedrückten scheuen Hände sprechen deut-
lich die Wahrheit der Zerknirschung aus, von dem die ganze
Gestalt durchdrungen ist. — Der Kirchenschah entl'ält melne
nicht ni übergebende Monstranzen, Kelche und ein Cil'orium,
die mit ßmaildilrchen, Odelsteinen und ,arlcr, recht kunstrei-
cher Filigranarbeit geschmückt sind.
Von den übrigen zwei Scitcnaltären verdient keiner ob
seiner Gemälde eine besondere Aufmerksamkeit, wol aber ist
an beiden der Altartisch durch seine ^lorentinische Mosaikarbcit
bcmcrkenswertli.
Dafür ist in den Seitenkapellcn ei» und das andere Ve»
achtungswertlie. Die zwei Kapellen der rechten Seite sind mit
kleincu Fresken geuert, die von guter Ttucco-Arbeit eingefaßt
und umgeben sind, babcn einige uicht gan< vcrtienstlose Sta«
tuen c?us weißem Marmor, und einen Gekreuzigten, der viel
Studium der Anatcinie des menschlichen Körpers verrät!), und
außerdem noch durch die schwarzen Haare, die den Kopf um-
wallen, auffällt.
Die gegenüberstehenden Seitenkapellen enthalten ;wei Al'
tarblätter, deren ersieres die Heiligen Sebastian und Rockus,
das andere den heil. Frau; Xaver 'eigt, und die beide von
unbekannter Hand, jedenfalls aber von braven Meistern sind.
So natlinvahr auch auf Letzterem, welches von einem neapolita-
nischen Künstler sein soll, das blaße, abgehärmte Gesicht des
Heiligen ist, so fühlt man sich denn doch von dem Anblicke der
tiefen Schwerinulli, welche nichts als Sebnsuchi nach Vollen-
dung ist, ;u sebr ergriffen, als daß man nicht hoch erneut wäre,
sich dafür entschädiget zu sehen durch die obere Gruppe der
Madonna mit dein Kinde und einiger musicirenden Eugel, die
seln- anmutlng sind und durch ihre Lieblichkeit, so wie das gainc
Vild durch sein lebhaftes, warmes und doch Zugleich so gründ-
liches Colcrit einen freundlichen Eindruck auf den Beschauer
macheu.
Endlich darf auch die Kainel nicht ganz übersehen wer-
den, deren Stiege und Eindachung mit mehren gut gehalte-
nen Brustbildern von Heiligen verliert sind, welche auch von
einem tüchtigen Künstler angeferligct worden sind.
Die sonst noch hier und da in der Kirche am Boden und
an den Wänden angebrachten Grabsteine verdienen eben keine
nähere Betrachtung, so wichtig sie auch sonst für die Genealo-
gie der einheimischen Adelsgeschlcchter sein mögen.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918