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reckt angenelnn ansprechen. Rings n,n denselben sind in glei-
chen Abständen, den Halbsäulen der Hauplfa»'ade ähnliche
Wandpfeiler ionischer Ordnung, deren kapitaler ebenfalls durch
Fruchtegliirlandcn bereichert sind, nebsttem ncch an geeigne-
ten Orten auch an Bändern liängendc wappenlose Schilde und
geflügelte Engeletöpfchcn angebracht. — An der Vvangelien-
seite tritt, der Tomtirche zunächst, eine tapcllenarlige Vorlage
als kurzer Krcinesarm, der über dem Gesimse einen hohen
Mauerlialbkreis als Giebel hat, über die Hauptwand der Kir-
che heraus; und auf der entgegengesetzten Seite schließt sich
an das Hauptgebäude eine kreisrunde, gleich diesem von einer
Kuppel eingedeckte, umfangsreiche Kapelle an, welche den an-
dern Arm des Kreuzes gegen Süden bedeutend verlängert und
dem Ginnen eine unregelmäßige Gestalt gibt.— Auf der dem
Eingänge entgegengesetzten Seite entlich bildet der runde Tmuin
eine balbtreisförmige Ausladung, welche aus der Hauptmauer
hervortretend die Treppe enthält, die in die Wohnung eines
Kirchendieners emporfülnl, und Zugleich von Außen die Stelle
bezeichnet, der zunächst im Innern der Hauptaltar steht. Der
Thurm erhebt sich in drei Stockwerken, deren jedes auf das
einfachste und schönste durch ein Gebalke und geflügelte Che-
rubim ausgeschmückt ist, und trägt gleich der Seitentuppel
eine glcckensörmigc durch eine Laterne gekrönte Eindachung ').
Dem Aeußern entspricht das Innere"). Es uigt die
Form eines lateinischen Kreuzes, an dessen rechten Arm sich
eine weite runde Halle anschließt. Gleich beim Eintritte ver-
setzt der Anblick des großen von Bänken gain freien Raumes
und des in weißem und schwanem Marmor getäfelten Fuß-
bodens das Gemüth in ienc ernste, feierliche Stimmung, wel-
che ganz der Behausung der Totten angemessen ist. Sowcl
das lioch geschwungene Tonnengewölde des Schiffes, als auch
die Kuppeln und Schwibbogen bedeckt künstlich gearbeiteter
Stucco, dcr zahlreiche kleine und größere Fresken einschließt,
die symbolische Darstellungen dcr Tugenden und Tbaien des
Kaisers Leopold I-, darauf sich beziehende Inschriften und
Wappen der österreichischen Provinzen enthalten, oder Grup-
pen von Genien und Engeln, oder endlich Blumen- und
>) öme dem Wcrke deigegcbene Abbildung vcrlmnüchl dem Lcscr 0,csen lai-
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Bauemscr>>ch>nr .
') Das hauptschm ist im Innrrn i: Klafter «Fus< lang »n» « Klaftcr breit,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918