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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 192 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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192 belgischen Stift nächst dem Gottesacker der Minoriten ni woh- nen genötlngct wurden, mustten ibnen, denen, wie K. Mari- milian in seinem Briefe an de» Papst Alerander > I. aussagt, die Bürger kein neues Kloster bauen wollten, die Bruder des heil. Franciscus ihr noch nicht gam ausgebautes Kloster am 25. October 1517 einräumen. Ihnen selbst war das Kloster der Minoriten an der Brücke, welche die ihnen vom Papste auferlegte ?lnnalnne der Reform im Haupte nnd in den Glie- dern abgelehnt kalten, am 7. Mai des I. 1715 förmlich über- geben worden. Die Minoriten muftten in die Murvorstadt über- siedeln, wo ihnen die Herren von Eggenberg anfänglich bloß Ilntcrtunft gaben, und später erst eine neue und freundlichere Kirche nnd Wol'nung erbauten. In den wilden Zeiten der Ne- fcrmationsstürme soll das Kloster von dem protestantisch-gesinn- ten Pöbel hart mitgenommen worden, und im I. 1571, als die Jesuiten nach Gräh berufen wurden und dieses Kloster ihnen eingeräumt werden sollte, so verwüstet gewesen sein, daß jene es vorwogen, sick einstweilen mit dem Pfarrl'cfe nächst der St. ?legydeukirche m begnügen '). gegenwärtig besorgen die Mönche dieses Klosters die mit ihrem Ccnvente verbundene dritte Pfarre der inneren Stadt. Die Kirche ist ganz '.'erbaut nnd siebt von keiner Teile so frei da, nie die Tom- oder Leeclikirche, indem allentl'alben entweder Hauserchen an ilne Mauern angeklebt sind, oder Kaufgewölbc sich zwischen die weit hervortretenden derben Stre- bepfeiler hineingebaut haben, und an die Mittagsseitc sich das Klostergebäude anlehnte. In architektonischer Hinsicht ist sie das eigenthümlichste Bauwerk unter allen Kirchen gctlüschen Stt'ls, welche sich in der Stadt vorfinden. Das Chor ist näm- lich von außen und im Innern viel böher als das Schiff, und dieß allein verräth schon deutlich, daß beide nicht m einer Zeit aufgeführt worden sind, was auch die übrigen Eigenheiten deutlich dartl'un; denn das Clier hat Spitzbogen-, das Schiff hingegen breite Rundbogen-Fenster, die aber nicht etwa erst in späterer Zeit gebrochen wurden, sondern gleich anfänglich so angelegt ;u sein scheinen. Der gegen Westen vor dem Schiffe stehende Thurm, welcher einen der fünf Ausgänge der Kirche entbält, wurde im I. 1639 begründet und 1645 vollendet, und nicht bloß mr Zierde der Kirche, sondern auch zur Ve- ») So berichtet Uquil,n Iulms ssäsar in semer Beschreibung des Herzoq- i »bums Steiermark, Gral;, <??3. I. Theil S. ' i : ; allein Plac>?us Her- H U i«z a. « O wc,ß lavon 'nichts. H ——
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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