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Im bischcslichcn Seminar,»,» ist an die Stelle jener
alten Haustapelle, die sich in eine», der Stockwerke des im
I.1831 abgetragenen Bogens befand, der eine Verbindung ',wi-
scken diesen! Gebäude und dem Dome verstellte, eine andere ge-
treten, die in einem der Säle des Priesterliauses errietet und
von dem bochwürdigsten Fürstbischos Roman Sebastian Zängerle
am 2. Octcbcr l ^4 eingeweiht wurde. Sie dient bloß ;ur
Verrichtung der bäuslicken 'Andacht für die Zöglinge des P,ic-
sterliauses. In il'r befinden sich auf dem Altäre eine unbe-
fieckte Empfängnis! Maria, aus deren herabgesenkten Händen
goldene Strablen ausströmen- und neben demselben in einem
zweiten Bilde eine von (Engeln veredrlc Mo»stran:e mit der Ho-
stie in den Wolken über einem Altar, vor welche», der l'cilige
Aloosius, dem sein Sclmhengel aufmunternd uir 2eitc steht, auf
den Knien liegt und mit Inbrunst daö ilnn gewordene himmli-
sche Besicht anbetet; beide von eine», Dilettanten, ^ran', Ste-
cher, der Laicnbruder der Gesellschaft Jesu ist, in einer durch-
aus überliäiten, weichen Manier cline kräftigende Statten und
clmc jene Tiefe des Hcfüdls und jene Innigkeit de5 Auodrucks
religiöser Stimmung gemalt, die auch den Beschauer unwill-
kürlich ,u ergreifen und Nl fesseln fä'l'ig sind, wie solches bei
den alten Meistern der deutschen und italischen Schule aller-
dings der Fall ist. Ein das Kreu; tragender Christus von
Kollmann ist gut und der heil. Papst Gregor der Große von
Tannliauscr eine tüchtige Arbeit. Die übrigen älteren Bilder
sind ol'ne Bedeutung.
Auch das Landhaus hatte sonst seine eigene Kapelle,
tic aber jetzt in einer bloßen Wandnische bestellt, welche durch
eine Tl'ürc geschlossen wird, und eine gute unbefleckte (5>upsä»g-
nif, Maria zum Altarblattc hat, dessen Meister nickt bekannt ist.
S,e befindet sich in der sogenannten Landstubc oder dem gro-
ßen Saale, in welchem sich dir Stände nl den Landtagen ver-
sammeln, vor welchen an diesem Altäre von einem Priester der
Stadtpfarrc, am Pcstulalen-Landtage aber im großen Ritter-
saale, allwo dann ein Altar errichtet wird, von dem jeweiligen
Adle des Eistenienserstiftes ;u Rein, als dem Erblicstapellan des
5>encgtl'ums, eine Messe verrichtet wird. — Der ständischen Ka-
pelle geschieht schon im I. 1494 Meldung. Damals erlauften
nämlich die Stände ein Haus, die KanUei genannt, ,a»»nl der
Lcbenschaft der Kapelle darin, mit aller Herrlichkeit und Zuge-
hörung, worunter auch die Landl'auskaplancigült und das Recht
begriffen war, die Landhauötaplanei zu besetzen. Tie letztere
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918