Page - 210 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Landes, von denen die meisten hier einen grosien Thcil ibrer
Tage verlebten. Insbesondere wurde im I. l!^95 in der hiesi-
gen Vurg die Hencginn Elisabeth, die Oemadlinn Albrechls I,,
des Sohnes NurolNis von Habsburg, von einer To<!uer entbun-
den, die in der keil. Taufe den Namcn Katarina erdielt und
nachmals die Gemalilinn Karls, Herzogs von Kalabrien, wurde.
Im I. 1316 hielt sick der unglückliche K. Friedrich der Schö-
ne (III), nachdem die Oestcrrcichcr die Schlackt bei Ntorgarien
verloren hatten, längere Zeit dindurch hier auf und saxunelte
Truppen, die er später ans Oestcrveich und der Sieiermart sei-
nem geliebten Vruder Leopold nifülirte. In gleicher Weife hiel-
ten auch nach und vor ihm viele Fürsten seines nnd des Stam-
mes der Grafen von Vabenberg idre Hofhaltung in der hiesi-
gen Vurg. — Aus dieser ältesten Zeit schein! kein Ueberrest
mehr vorhanden >u sein.
Kaiser Friedrich IV. begann im I. 1450 zugleich mit
der St. Aegutienkirche den Umbau derselben und des Vicc-
dcmhauscs, und förderte die Arbeit so rasch, daß er schon im
Juni des I. 1453 mit seiner Familie nnd seinem gamen Hof-
staate, worunter sich auch sein Gel'cimsä'reibcr Aeneas Svl-
uius Piccolomini befand, der später als Pius II. den päpst»
lichcn Stulil bestieg, seinen Eirnug in sie hallen tonnte. Der
ritterliche Kaiser Mar, der sich in ihr zu wiederholten Malen
und längere Zeit (149U, 1499, 1506, 1514 und lülü) auf-
hiclt, förderte den vollen Ausbau derselben in den Jahren 1494,
1495 und 15Ü0. Sie war auch die Wiege des erneuerten Habs»
burgischen Ncgcntcnstammeö durch den hier am 9. Juli I57U
gebornen K. Ferdinand II . und die Geburtostättc einer Reihe
von Prinzessinnen, seiner Schwestern und Töchter, die nachher
auf die Throne mchrcr europäischen Staaten gelangten ').
Nachdem Gratz aufgehört hatte, die Residenz eines Zweiges des
habsburgischcn Hauses zu sein, verblieb es doch noch stets das
kaiserliche Absteigequartier und war auch in dieser Zeit der
Schauplatz nicht unwichtiger Ereignisse; denn, um inn Eines
von Vielen herauszuheben, in den Gemächern derselben fand
stets der wichtigste Act der Erbhultigung Statt, von welcher
Landcsfricr die Vurg zuletzt noch am 5. Juli 1728 unter
Karl VI. Zeuge war.
In jenen Zeiten enthielt dieselbe auch eine Vüchersamm-
lung mit vielen kostbaren Handschriften, die aber schon im I.
») S>el>e Dr, Polsterers Grätz und scmc Umgebungcn >c. Wiatz, lüii. S-
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918