Page - 211 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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745 nach Wien kamen; eine Sammlung von Gemälden be-
rühmter Meister; sehenswcrthe alte Kunst-Raritäten und eine
Rüstkammer, davon nur ein Thcil in die Residenz übersetzt, der
übrige Theil aber im I. 1765 öffentlich versteigert wurde ').
In Abwesenheit des kaiserlichen Hofes bewohnt der Lan-
des-Gouverneur den einen Theil der Burg, der übrige Theil
ist von dem k. t. steicnnärtischen Landes-Gubernium und des-
sen Kanzelcien eingenommen. In ihr wurden früher auch und
zwar bis zum Jahre 1829 die Sitzungen des stciermärtischen
Landrecbts abgehalten.
Tie ^urg ist unstreitig das durch ihr Altcrthum inte-
ressanteste weltliche öffentliche Gebäude von Grätz, das freilich
durch vielfachen Ilmbau schon mehre seiner ursprünglichen Ei-
genheiten eingebüßt hat, aber des ^cachtungswcrthcn doch noch
immer viel enthält. Am östlichen Stadtende nächst dem nach
ihm benannten Thore gelegen, der Hauptfront nach nicht der
Stadt, sondern dem Walle nigekchrt und durch die Vaum-
gruppen seines Gartens dem Auge der Neugierigen größtcn-
thcils entzogen — wobei man freilich, da sie ganz schlicht ist,
eben nichts verliert — ermangelt sie von dieser Seite angeschen,
durchaus icnes architektonischen Gepräges, das sonst Gebäude
der Art, die aus so früher Zeit stannnen, so interessant und
lehrreich macht, und vermag daher nur durch sein Alter zu
fesseln.
Der Domkirche gegenüber hat dagegen die Vurg schon
ein schärfer ausgedrücktes Gepräge. Hier befindet sich in einer
mit einem Gebälte gekrönten hohen Mauer, welche zwei Ge-
bäudeilieilc mit einander verbindet, ein großes Einfahrtsthor
im rustiten Style, über dem zunächst sich die niedrigen klei-
nen viereckigen Fenster eines Vcrbindungsgangcs zeigen, der
im ersten Stockwerte innerhalb desselben von einem Flügel
zum andern führt. Im zweiten Geschcßc liegt über diesem
Gange eine offene Säulenstellung, die längs der ganzen Fronte
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l) Bei l>,e!er Versteuerung wurüen anch >I5 holztafeln zu dem berühmten
so>i>'N6nnicn Trmmphzu^ 5es K. Mar,,>,,>,an l nebst emem aus 9«
Blattern !>este!>cȟen alten Aboruck desselben unz ,3? meistcrbafle Ta-
1>'!n zu,,, «wc,>si K^u„,q,>> ?>rcn W>ri!> nian nicht tu,>nie, vcrau-
Ü^rl, ,r>>c!,c ^>en üc„, I,sm!,n v, l!u^w>q Dc!>>cl li!'!,!i,it, von cuicm
<!,i0crn V>,cstcr l>er ^!>scllsc<!alt I,su, H>,',il'r, o,e Anrucke qcnialt »n!>
dal,,,, ,m I, ,?n m,l ?cm Auftrage auf^lN mai>,cn!al,sc!>>'N Tliurni
gcgctxn wur^cn, üaü >1c >n,t d^,ra>irt unü nur hcchc,, Sianorspersonen
>1,^,>1t Wcr0l'n sollten, N^ich dcr llu!l>ebun>, lcr I^llUlcn kamen Ta:
>e!» unt> Al^rucie a» d,c Il,>,v'cr!i!atz° B,l>!,o<hck, welche jeüoch i
erstere balll an ?,e t. l. Hofb,t>!,ol!>et m !U3,e,> gegen e>nc ihr
chcrtc Enllch>ii!,gung abgeben mußte.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918