Page - 216 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Mit der Vurg hangt auch das ständische Thea te r durch
einen Gang msainmen, der über zwei Tliore liinweg durch einen
Thcil ter Gemächer des Äedoutensaales in die kaiserliche lege
führt. Bis nun I. 1774 war das der Witwe Pircinelli gehö-
rige, kleine, baufällige Theater, welches am Tummelplätze nicht
ferne von dem damaligen Pulvermaga:inc stand, die einzige
Sckauspielbüline der Stadt. Nach erkannter Nothwcndigkeit für
die immer steigende VoIks;M ein würdigeres Schauspielhaus
zu erbaue», wurden die Stande am 4. T«ember l77U von dem
t. k. innerösterrcichischen Gubcrniuin aufgefordert, den Vau eines
neuen Tdeaicrs über sich zu nehmen. Nachdem ibnen, die an-
fänglich nur einen Veitrag zu leisten gefcnncn waren, durch
Hoftanzlei-Tecret vom 27. Februar 1773 das Eintrittsgeld so«
wol in das Theater als auch in den Netcutensaal verwilligct,
und mittelst Ministerial - Vanco - Hos - Dcputaticns -Nescriptcs
vom 28. Octobcr 1774 auch ter von ihnen zur Vaustelle vorge-
schlagene, zwischen der t. k. Vurg und dem alten Vicedouchause
gelegene Vicedcingarten nnentgeldlich überantn'ortet worden,
schritten sie unter der Leitung des Fran, Anton trafen von
Iinaghi unverzüglich mm Baue, der rafch aus seinen Grund-
festen emporstieg, und den Bewohnern bald darnach, und von
da an, durch 47 Jahre manchen dramatischen und musikalischen
Hochgenuß darbot '). Im I. 1823 verwandelte ein in der
Nacht von: 24. auf den 25. Dccember im Theater selbst aus-
gekrochener Vrand das im Innern eben erst bequem und ge-
schmackvoll erneuerte Gebäude in eine Nuine.
Damit aber die Vewobner der Hauptstadt die gcwolmte
Erliciterung nicht ,u entbelncn brauchten, wurde von den
hol'cn Herren Ständen einerseits unvenüglich in der nächst
dem MüN'graben gelegenen ständischen Reitschule ein Aus-
hülfslbeater imprcvisirt, und andererseits sofort -,ur Erbauung
eines neuen Schauspielhauses die erforderlichen Einleitungen
getroffen. Zu diesem Ende ersuchten sie den k. t. Hofbau-
ratl, Hrn. Peter Nobile, sich nach Grätz zu begeben, und mit
Vcrücksichtigung der noch stehenden Hauptmauern den Plan
zum Baue eines innerlich geräumigen und äußerlich ge-
schmackvollen neuen Schauspielhauses zu entwerfen. Tie Ko-
sten der Ausführung wurden großen Thcils aus dem ständi-
«) Ausführlicheres siehe über r>>s alle und neue Idealer in Dr. Polsterers
Gray >c. ,,. a. O. S.>>> u ! w, uno in v. l!e,i,,er b lreffl>chcm lluf«
sayc: Ueber 0>n Omssuß r>r Stande au! 0>e B>!0,mq ,„ Stelcrmarr;
>n der neuen Folge »er steiermart, Zeitschrift vom I. »U:^ l. I»hrz.
I. Heft S. >«l u. s, i.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918