Page - 221 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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unter der Regierung des Enhcrzcgs Ferdinand II. bis zu sei-
ner dermaligcn anselmlicken Größe erweitert'). Im Besitze
der Jesuiten verblieb das Gebäude bis ,u ihrer am 6. Septem-
ber 1773 erfolgten Aufhebung, zu welcher Zeit die bis dahin
getrennten Stiftungen des Fcrdinandcums, des Convictes und
des Ioseplunums in Folge eines höchsten Hcfkanzlei - Deerctcs
vom 15. September 1775 vereinigt und als eine eimigc Stif-
tung unter dem Namen: „Studenten-Seminarium" in das-
selbe übertragen wurden. Im I. 1783 wurde in ihm von dem
unvergeßlichen K. Joseph II, laut allerhöchster Resolution vom
30. Mär; ein General-Scminarium für den Clcrus von ganz
Inncröstcrrcich errichtet, doch auch dieses Institut zu Folge
Hofdecrcts vom 4. Juli 1799 wieder aufgelösct; um diese
Zeit in ilnn der Studien-Ccnseß gehalten; im I. 1798 das
Gebäude leer gelassen, dann bis 1804 an verschiedene Parteien
verpachtet und auch zur Aufnahme der französischen Kriegs-
gefangenen verwendet; am 1. November 1804 hier das noch
bestellende k. k. h'cnvict, ein Eniel'ungshaus für studierende
Jünglinge") gegründet und in Folge Iiober Hofkainlci - Ver-
ordnung vom 2. Juli 1808 die Uebertragung des Pricsterhau-
scs der Scckaucr-Tiöcese aus der neueil Gasse genelimigcl und
im darauf folgenden Jahre hier eröffnet — Anstalten, die noch
immer in ihm bestehen. Das Gebäude faßt aber außerdem
auch noch die Hörsäle der theologischen Faculläl in sich. End-
lich findet sich hier in demjenigen Zimmer, worin die strengen
Prüfungen der juridischen Facultät abgehalten werden, auch
eine kleine Handbibliothek von Werken aus dem Gebiete der
Ncchtslehre und Politik. Von der in diesem Gebäude vorhan-
denen Kapelle ist bereits S. 206 die Rede gewesen. Vcmcr-
kenswerlh ist im (^ rdgeschcße schließlich noch der Speisesaal des
Priestcrhauses, iu dem sich ein großes Porträt Sr. Majestät
des Kaisers Fram II. von Höchle befindet und auch die Prä-
mien-Vertheilung des k. k. Gymnasiums abgehalten wird. —
Durch den gegenwärtigen Fürstbischof Roman Sebastian wird
l) S. hierüber G N. v Lcttnor's gründlichen Aufsatz: lieber den Einflusi
!>>r la,>dN>i,i0c auf ?,c V,I5lin>i >n S">cr,»>>rt »> a, 2. <o. ^ u, s, f.
und A- v, Müchar's )<l'!»a,i0!u>ia: D>l' Grunounq drr Unn'er>1t>!t zu
Vrah i ,n d>r n^,c» Zolgc der stc,crm, Ze,cschr,it. Gr>>y, »»:». Erster
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«) Hcrqcstcllt wurde das r, f. Fonvict in Folqe !,o!,er Hofkanzlei-Verord-
nung vom z. M>>> <«l>3, Z, 3??, und anf>'nql>cb dem ^t,fte Admont
zur Auiücht überg.'l'cn ; >n Jolqi' hoher Wul>ern,a! ° Verordnung rom
?«, Iu l , >«,,,, g. z«!„ , wurde das dem ,^,!u!>,enfon0iqule Leuzenho,'
>m Landes Kataster zugcschr,ebene Ielu,ten-!iolleg,u,» dem l. t, Con-
«>clc udcrgeben.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918