Page - 233 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Von da weg kommt man an der Vlurbrückc vorüber durch
die Hafnergasse auf den Nrsulincr« Platz vor das Gebäude
der k. k. steierm. illur. vereinigten Cameral-Gcfäl-
len-Verwaltung (Nr. 240), welches im Anfange des zwei-
ten Sackes liegt und einst das kaiserl. Münchaus war. Schon
n>n das Jahr 1565 soll nämlich in Grätz ein eigenes Mün;-
Haus gebaut werden sein.
Das Nathliaus —der Sitz des städtischen Magistrats
und der ihm untergeordneten Aeinter, die Wohnung des Bür-
germeisters und im höchsten Tbcile auch zu Arresten benutzt,
wahrend das Erdgeschoß die Hauptwache des Militärs und
Kaufläden enthält — ist unstreitig derzeit das schönste Gebäu-
de der Stadt. Es ist drei Stockwerke hoch, über dem ersten der
drei Geschoße sowol in der Mitte als auch an den beiden En-
den durch Wandpfeiler ionischer Ordnung geschmückt, deren
Fries mit schönen Arabesken reich verliert ist; oberhalb des
dritten Stockwerkes längs des Daches von einer steinernen Ba-
lustrade gekrönt, deren Mitte eine sehr gute Nhr ziert, über
die sich das städtische Wappen (das feuerspeiende, gehörnte, ge-
krönte Pantertl'ier, das auch Zugleich das Landeswappen ist)
erhebt, während daneben die Statuen der Gerechtigkeit und
des Gesetzes stehen, und an den Endpuncten Gruppen von
Genien die Bestrafung und Begnadigung vcrsinnlichen, tüchtige
Arbeiten des Bildhauers Gagon. Es hat zwei Thore, davon
das Hauptthor auf den Hauptwachplatz, das Seitcntlior nach
der Herrengassc hinausführt. Ncber dem ersteren tritt ein auf
acht gepaarten Säulen rufender großer Balkon weit vor die
Fronte heraus, vor dem zuweilen Urteilssprüche abgeurtheil-
ten Verbrechern kund gemacht werden. — Das Nachhaus
wurde im Jahre 1d97 auf der Statte des durch den Zulauf
zweier daranstoßenden Häuser vergrößerten alten Nalhbauses,
an dessen Abtragung am 4. October 1892 Hand angelegt
wurde, in der Farade nach den Plänen des Baumeisters
Christoph Stadler und in der inneren Eintlieilung nach den
Nissen der t. k. Siaatsbuchiialtung im Bauwesen zu Wien,
mit einem Kostcnaufwande von mehr als 156,990 st. erbaut,
so daß es zu Eule des Jahres 1897 in allen seinen Tl'cilen
benutzt werden kennte. — An Sehenswürdigkeiten enthält das
Rathhaus wenig. Im Kaiuleiummer des Herrn Vice-Bürger-
meisters hangt eine interessante Holztafel des alten Meisters
Niklas Strobel vom I. 1478, die zu Gericht sitzende Stadt-
bchörde vorstellend, ein Bild, das nicht ohne Verdienst, und
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918