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Ende dieser Gasse bilden dem ständischen Landhause gegenüber
zwei stattliche Gebändc (Nr. 211 nnd 209) den Eingang aus
der Herrengasse in dieselbe; jenes gehörte einst dem Geschleckte
der Grafen von Brenner'), ans dem <ur Zeit K. Karls VI.
Weikbardt Landeshauptmann war"), nnd dieses den Grafen
von Hcinrichsberg.
Gleich neben dem erste«« stehen sich in der Herrcngasse
zwei scköne Gebäude mit den Nummern 207 nnd 208 gegen-
über, davon dieses sich durch seine schöne Architektur auszeich-
net nnd der gräflich Wagenspergischen Familie gehört, zu En-
de des siebenten Iabrbundcrts aber ein Eigentbum der Gra-
fen von Saurau, a>n Schlüsse des achtzehnten Jahrhunderts aber
ssbrist. Stubenbergisck war; und jenes durch einen langen Zeit-
raum im Besitze der Grafen von Stadl sich befand, jetzt aber in
jenem der 0>rafen von Attems ist. Das erste« Gebäude ist
auch noch darum bemerkenswert^, weil Napoleon Bcnaparte,
als er am 10. April 1797 in Gräh als Sieger seinen Ein-
zug hielt, in diesem Hause seine Wobnung nahm. —
Eine besondere Merkwürdigkeit dieser Gasse ist auch das
sogenannte gemalte Hans (Nr. 219). Es war einst der
kebcnbof und wurde so genannt, weil in ihm die Kaiser bei
ihrer Anwesenbeit die Leben ;u ertbeilen pflegten, so z. V. ucr-
lieh Enbencg Rudolph im I. 1360 liier bei Gelegenheit der
Erbhuldigung mel,rc Leben; K. Friedrich III. im I. 1453,
und sein Sobn K. Mar I. im I. 1515 vergaben in demselben
ebenfalls verschiedene Leben :c.; »ur Zeit des K. Mar I. hieß
es auch der Marimiliansbcf; bei dem Regierungsantritte K.
Karls VI. geborte es der Witwe und den Erben des Johann
Ernst Grafen von Hcrbcrstcin. Von diesen kam es in den Vc-
sitz der Laturner, die dessen game Außenseite im I. 1742
durch den genialen steiermärkischcn Maler Iobann Mayer mit
den meisterhaften Bildern ausschmücken ließ, die man an die-
sem Hause noch immer siebt. Sie stellen römische Feldherren
zu Roß, in den kübnstcn und gelungensten Stellungen ihrer
musterhaft gezeichneten Pferde, Krieger mit den Adlern und
Trompeter, Waffen-Trophäen, Vasreliefs und architektonischen
Schmuck verschiedener Art mit einer Richtigkeit der Zeichnung,
«) In diesem Haus? fand am 31, Aua,, <8?? um N UI,r Frü!, eine furchtbare
Puloer Erplosion Slatt, welche mekren Menschen das Lebe» tostete
un? auch ?,e ncbenstchcncen Hauser stark deschad,gte.
l> Geboren zu Grätz im I, l«^«, gestorben am »l. Dccember i7zz^ war
Lanleshauplmann sett »?»5.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918