Page - 255 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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An der Allarm-Batterie vorüber schräg nach abwärts,
gelangt man wieder zur Hauptstraße, die von dem Nhrthurmc
auf die Spitze de» Berges führt, und die wir früher verlassen
haben. Sie ist von einer schönen Kastanien-Allee eingefaßt
und zieht sich an der Ostseile des Berges ohne Windung ge-
rade aufwärts, ganz so wie in den früheren Zeiten, wo sie
aber durch zwei feste Thore Yassiren mußte. Noch vor dem
Ende der Allee wird man durch ein offenes Gitterthor an der
rechten Seite eingeladen, den von der ephcuumrankten Stein-
mauer geschlossenen Weinberg zu besuchen. Tie schon früher
von Hrn. T>r. Hcdl geschmackvoll angelegten Bauten sind in
neuester Zeit nur noch verschont worden. Auf einer kleinen
Strecke befinden sich hier die mannigfaltigsten und effectvoll-
stcn Gegenstände vereiniget. Tie alte Arkade, die liebliche
Pergola, der gothisckc Bvunncmcmpel über den tiefen Brun-
nen dem Cyclopcnwerke gefangener Muselmänner, die Niiner-
wolmung, das malerische Thor der Casamattc sind Alles Ge-
genstände, bei denen man nicht lange genug verweilen kann.
Wandelt man an diesem Punctc vorüber, so gelangt man
nach und nach in einen Laubengang von Neben, welcher tie
freundlichste Aussicht auf die westliche Landschaft von Grätz
gewährt. Scharf schließt hier der lang gezogene bewaldete Ge-
birgsrücken des Plabutsches die westliche Ebene mit den scho-
nen Feldern, den zerstreuten Häusern und Schlössern, von
denen Eggeubcrg vor allen den Blick auf sich zieht, von der
;urückgcnetenen Ferne ab. Nur über den einladenden St.
Wartin blickt ein Tdeil der Hochgebirge der Schwamberger-
Alpcn herüber und über den grauen Ruinen von Gösting er-
heben die näheren Alpen von Oberstcier ihr Haupt.
Treten wir endlich aus dem gothischcn Tbore hinaus und
steigen gemach den Felsenberg an seiner nordwestlichen Seite
herunter, so stoßen wir bier auf nicht minder hübsche Anla-
gen, wie z. V. die hohe Brücke, das Paraplui, die Einsiedelei,
die Felsspalte. Zahlreiche Fußpfade durchschneiden sich hier so
wie die Fabrstraßc, welche zur Terrasse führt, und folgen wir
dann der letztern abwärts, so gelangen wir sofort in die Wi-
ckenburggasse und zur Kettenbrücke. Alle diese Anlagen, so wie
die früher erwähnten haben sehr gelungene Darstellungen in
dem Album des Grätzer-Schloßbergcs') gefunden, auf das
wir vorzüglich Fremde hinweisen wollen.
l) ' HcfN', kl. Fol>o, bci Hrn, Lampn, Hcrrcnz.issc Nr. 19».
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918