Page - 257 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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die wieder, obgleich ohne Rücksicht auf die Gräincn der ein-
zelnen Viertel, in siebzehn Steuergcmcinden in der Art ge-
theilt sind, daß die Vorstädte des linken Ufers in zehn, und
jene der gegenüberliegenden Seite in sieben Steuergemeinden
zerfallen (siehe S. 32).
8- «.
Das große und kleine Glac is .
Gleich Wien und Vrünn hat auch Grätz das Eigemhüm-
liche, daß die Stadt durch eine weile Esplanadc (Glacis) von
den Vorstädten des linken Murufers getrennt ist. Dieser weite
Raum wird in das sogenannte große und kleine Glacis gc-
theilt, die von einander durch den Iakominiplatz und einige
Gassen der Iakomini-Vorstadt, so wie auch durch den botanischen
Garten des Ioanncums getrennt sind. Beide Thcile der Esplanade
werden von Alleen umsäumt, welche die Stände anlegen ließen.
Das crstere reicht vom Visen-3hore, am Burg- und
Paulus-Thore vorüber, bis an den nördlichen Fuß des Schloß-
bcrges, ging aber sonst bis ;um Sackthore nächst der Mur. —
Das Letztere, zwischen dem Eisen- und Neu-Thore gelegen, ist
)etzt nur mehr auf einen kleinen Raum beschränkt, soll dem-
nächst noch mehr verkleinert werden, und erscheint in seinen
ehrwürdigen, hochgewölbten, schattenreichen Alleen von Roß-
kastanien durch die Häuserreihe im Süden, die von ihm nur
durch die Landstraße getrennt ist, gar sehr bedroht, so daß zu be-
fürchten ist, es werde Grätz auch dieser Zierde bald gänzlich be-
raubt sein, wenn nicht dem Verstümmeln der herrlichen Väu-
mc in Bälde durch ernste Strafandrohung und strenge Voll-
streckung des Angedrohten heilsame Schranken geseht werden.
Dieses und das große Glacis war noch vor wenigen Iab-
rcn eine der herrlichsten Zierden unserer Stadt, und wird es
in wenigen Jahren nicht mehr sein. Noch im I. 1839 war
das große Glacis auf beiden Seiten, sowol nächst dein Stadt-
graben als auch gegen die Vorstädte hin, von stattlichen, dun-
kel-schattenden Alleen eingefaßt; die Vaumrcihen, tbcils Lin-
den und theils Roßkastanien, waren sammtlich frisch und lücken-
los; der Baumschlag kräftig und der Ausblick in die herrliche
Landschaft nach allen Seilen hin frei und wahrhaft entzückend.
Jetzt ist alles dieses schon gam anders. Durch das Versetzen
ganzer Reihen großer Bäume in den I. 1835 und 1836 ')
»> 3» welcher Zeit der u°r dem Vurgtbore liegende Thcil »es Glacis mit
cmcm »irrsten Kosten>nm»,ui!>e abgegraben, geebnet und die Richtung
e<r Allcc» durch Ucbcrscyung der Vxume verändert wurde.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918